Wir erreichen Lillehammer - Nur noch 417 km! - Tag 12

Wir liefen 37 Kilometer. 37 Kilometer, in denen wir ein letztes Mal den Mjösa See sahen und 37 Kilometer voll Natur und langen Straßen, die immer nur bergauf zu gehen schienen.
Und dann? Dann waren wir in Lillehammer und hatten damit den gesamten Ostweg bestritten. Als wir an der kleinen Kirche ankamen, sahen wir in der Ferne sogar noch ein Pilgerzeichen des Westweges, denn an dem 417-Kilometer-Stein treffen sich die beiden verschiedenen Pilgerpfade und werden zu einem.
Im Laufe der darauf folgenden Stunden suchten wir vergeblich nach einem Platz für unser Zelt, denn die Stadt war zu groß und es war schon fast halb elf. So beschlossen wir wieder in eine Herberge zu gehen und suchten die günstigste, die wir finden konnten. Diese allerdings war mit 300nok (ca. 30€) pro Person eigentlich immer noch zu teuer. Aber was tut man nicht alles für ein Bett.
Als wir in unseren Zimmern eincheckten, stellten wir fest, dass die Geschlechter dort getrennt untergebracht wurden und Felicia nicht mit Felix und mir in einem Zimmer würde schlafen können.

Felix und ich wurden in unserem Zimmer von einem stämmigen und muskulösen Dänen begrüßt, der sich schon nach einiger Zeit als wirklich nett herausstellte und uns von seiner Wanderung zum höchsten Punkt von Norwegen berichtete.
Wir staunten, als er uns Bilder von verschneiten Bergen und riesigen Felsen zeigte. Bilder von Winterwäldern und Ebenen ohne Weg, die noch keiner begangen zu haben schien. Auch wir erzählten von unserem Vorhaben den Olavsweg zu gehen und er staunte, als er von unserem Alter hörte. So verbrachten wir den Abend und redeten noch viel von Reisen und Wanderungen die wir gemacht hatten oder noch machen werden.
Währen der Mitbewohner von mir und Felix noch wach gewesen war, schliefen die beiden Frauen, mit denen Felicia das Zimmer teilte, schon und so musste sie ganz still und leise in ihr Bett schleichen und schlafen. So kam es, dass sie tatsächlich erst am nächsten Morgen erkannte mit wem sie da zusammen in einem Raum gelegen hatte.
Es waren die 19-jährige Christine und ihre Mutter und tatsächlich verstanden sich Felicia und Christine genauso gut wie Felix und ich uns mit dem Dänen. Schnell hatte sie herausgefunden, dass Christine in Lillehammer nach einem Studienplatz suchte und die Zeit der Suche in eben jenem Hostel verbrachte, in dem sie gerade war. Später lernte Felicia noch ein Kinderlied von Christine, das in etwa mit dem deutschen "kuckuck kuckuck rufts aus dem Wald“ zu vergleichen ist und dessen Texz ich euch nicht vorenthalten möchte.

Jeg gikk en tur på stien
og søkte skogens ro.
Da hørte jeg fra lien
en gjøk som gol ko-ko.
Ko-ko, ko-ko, ko-ko, ko-ro, ko-ko
Ko-ko, ko-ko, ko-ko, ko-ro, ko-ko

Jeg spurte den hvor mange,
hvor mange år ennå.
Den svarte meg med lange
og klagende ko-ko.
Ko-ko, ko-ko ....

Jeg spurte om dens make
og om dens eget bo.
Den satt der oppå grenen
og kikket ned og lo.
Ko-ko, ko-ko ....

Vi bygger ikke rede,
vi har hjem, vi to.
Fru Spurv er mor til barna
vi galer kun ko-ko"
Ko-ko, ko-ko....


Nachdem sie dieses Lied gelernt hatte, verabschiedeten sich die beiden Frauen, denn ihr Zug würde in Kürze fahren und sie müssten noch einiges erledigen. Wieder ein schwerer Abschied und ich kann euch getrost sagen, dass wir zumindest bis Dovre noch einige dieser Sorte haben werden.

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