Riga ist die größte Stadt des Baltikums und zeichnet sich durch ihre Lage an der Ostsee aus. Die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Altstadt gibt der Haupt- und Hansestadt einen besonderen Charme.
Eindrücke aus Riga
(Fotos: Julia Hentschke)
Wer, wie viele, wie lange?
Zwei Freiwillige (w) können 6-10 Monate ihr Praktikum in Riga verbringen.
Wo genau?
Was sind deine Einsatzstellen?
Das Praktikum in Riga zeichnet sich durch seine vielseitigen Einsatzstellen aus, die du dir nach deinen eigenen Talente und Fähigkeiten zusammenstellen kannst. Dieser Standort eignet sich auch sehr gut zur Durchführung von Studienprojekten.

Deutscher Kindergarten und Schule/Katholisches Gymnasium
Hier hast du die Möglichkeit der Hospitation und Mitarbeit während des Unterrichts und der Kinderbetreuung. Bei entsprechender Erfahrung besteht die Möglichkeit, selbst Unterricht zu übernehmen.
Suppenküche der Missionarinnen der Nächstenliebe
Auch hier kann deine Mithilfe bei der Versorgung von Bedürftigen gefragt sein.

Kerzenwerkstatt
In dieser Werkstätte für Menschen mit Behinderung unterstützt du die jungen Erwachsenen bei der Herstellung von Kerzen und übernimmst die Tätigkeiten, die sie nicht ausführen können, dazu gehört beispielsweise der Umgang mit dem heißen Wachs oder das Verpacken der Bestellungen.
Tageszentrum für Menschen mit Autismus "Atver durvis Betānijā"
In dieser Einrichtung hilfst du, Menschen mit Beeinträchtigung aus dem Autismusspektrum zu betreuen. Du kannst dich bei der Vorbereitung und Durchführung eigener Workshops und Kreativangebote einbringen.
Support vor Ort
Dita Rituma ist Mentorin für die Praktikanten in Riga, Lettland.
Wie wohnst du?
Als Praktikantin wohnst du in einem ehemaligen Kloster deutscher Schwestern in einem ruhigen Wohngebiet am Stadtrand. Das Stadtzentrum ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in ca. 20 Minuten zu erreichen. In dem Gebäude befindet sich ebenfalls das Tageszentrum für Menschen mit Autismus.
Dein Zimmer in Riga
(Foto: Julia Hentschke)

Wenn mich jemand fragt, wie ich mein Praktikum in Riga beschreiben würde, dann wahrscheinlich so: chaotisch, wunderschön, manchmal anstrengend, oft lustig - und definitiv eine der besten Entscheidungen meines Lebens.
Eigentlich dachte ich vor dem PIN, dass ich "einfach nur" ein soziales Praktikum im Ausland machen würde. Am Ende war es aber viel mehr als das. Ich habe nicht nur in verschiedenen sozialen Einrichtungen gearbeitet, sondern auch unglaublich viele Menschen kennengelernt, neue Kulturen erlebt, Freundschaften geschlossen und ziemlich viel über mich selbst gelernt.

Ich war von September 2025 bis Mai 2026 in Riga in der Kerzenwerkstatt tätig. Außerdem habe ich im Autismus-Zentrum und in der Suppenküche meinen Freiwilligendienst absolviert. In der Kerzenwerkstatt habe ich all die handwerklichen Tätigkeiten übernommen, die die Klienten nicht leisten konnten, dabei konnte ich meine Motorik und meine handwerklichen Kenntnisse erweitern.

Der Winter war in Riga einfach magisch. Die ganze Stadt war seit dem Nationalfeiertag hell erleuchtet, jeder Baum und jeder Park waren sowohl in der Innenstadt als auch im nahegelegenen Park unseres Wohnviertels mit Lichterketten geschmückt – was uns den tristen Winter ein wenig erhellte.
Wir haben uns den Winter durch einen Besuch bei einem Candlelight-Konzert und in der Oper aber auch selbst ein wenig erhellt und mit Leben gefüllt.
Die -20 Grad, die uns lange Zeit begleitet haben, mussten wir irgendwie nutzen: wir sind Schlitten gefahren, Schlittschuh gelaufen und ich habe meine ersten Versuche beim Langlaufen gewagt - und so wurde die kalte Jahreszeit zu einem richtig schönen Bilderbuch Winter.

Runā lēni ist Lettisch und heißt "sprich langsam"! Dieser Satz klebt im Autismus-Zentrum an einem Tisch, an dem "Uno" gespielt wird, als Erinnerung für die Klienten, und irgendwie beschreibt er recht gut meinen Start in Riga in den vergangenen drei Monaten. "Sprich langsam, Ines" - hat auch meine Mentorin am Anfang oft gesagt, wenn ich mal wieder viel zu schnell irgendwas mitteilen wollte, wir aber durch unterschiedliche Muttersprachen nicht so schnell kommunizieren können.

Zehn Monate habe ich nun in der größten Stadt des Baltikums gelebt und gearbeitet, aber Riga steht in meiner Wahrnehmung mittlerweile für so vieles mehr: Reisen, Interessante Begegnungen, Großartige neue Menschen und ein Abwechslungsreicher Alltag.