,,Tak for idag!" - Jule's Rückblick auf ihre Zeit in Kopenhagen

Jule mit den typisch dänischen Hotdogs
Jule mit den typisch dänischen Hotdogs

Jetzt bin ich schon seit einigen Wochen wieder aus Dänemark zurück und kann noch immer nicht so richtig fassen, dass meine Zeit dort zu Ende gegangen ist.

 

Aus einem Land, das ich sonst immer nur mit ein paar Wochen Sommerurlaub in Verbindung gebracht habe, ist in den letzten 8 Monaten eine zweite Heimat für mich geworden. Für diese Monate in Kopenhagen bin ich

unglaublich dankbar, nicht nur weil ich sie in dieser un-fassbar schönen Stadt verbringen durfte, sondern auch, weil ich in dieser Zeit so viele tolle Menschen kennen-gelernt und Erfahrungen gemacht habe, die ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde.

 

Doch von Anfang an...

Anfang September ging es für mich los in die Hauptstadt Dänemarks und eigentlich hatte ich überhaupt keine Ahnung, was da jetzt in den nächsten Monaten alles auf mich zukommen würde. Ich weiß noch genau, wie ich mich an diesem ersten Tag in Kopenhagen fühlte: noch ein bisschen niedergeschlagen vom traurigen Abschied von zuhause, unglaublich nervös bei dem Gedanken, bald völlig allein zu sein in einer Stadt und mit Menschen, die ich nicht kenne, aber auch einfach nur neugierig und glücklich, jetzt in einen völlig neuen Abschnitt meines Lebens zu starten.

 

Danmarks Unge Katolikker (DUK)

Direkt zu Beginn wurde ich herzlich von den Mitarbeitern im Büro des DUK, eine katholische Jugendorganisation, die verschiedene Aktionen und Camps für Jugendliche aus ganz Dänemark veranstaltet, empfangen.

An diesem Ort spielte sich ein großer Teil meines Praktikums ab.

Egal ob zur wirklichen Arbeit, zur frokost, einigen abendlichen Aktivitäten oder auch einfach nur auf eine kurze Unter-haltung mit Kim, Teresa, Martin oder Kasper, im Büro war man immer herzlich Willkommen. 

 

Jule, Teresa und Kasper
Jule, Teresa und Kasper

 

Wenn Hedwig und ich im Büro dann doch mal etwas zu tun

hatten, meistens zur Vorbereitung auf verschiedene Aktionen, wie zum Beispiel das Jubiläum, die Jahreshaupt-versammlung oder die Camps, dann verbrachten wir Stunden damit, zu drucken, lochen, laminieren, ausschneiden, zusammenpacken und was sonst noch alles gemacht werden musste.

 

 

v.l.n.r.: Arbeitsplatz beim DUK, Jahreshauptversammlung DUK, Jule und Hedwig mit den Vorsitzenden von NUK und SUK

 

Die Registrierung …

Ansonsten stand uns vor allem Martin, aber auch die anderen Mitarbeiter, zur Seite als wir anfingen, uns in Dänemark registrieren zu lassen. Einfach gesagt, aber leider nicht ganz so einfach umgesetzt. Nach mehreren Besuchen in der Staatsverwaltung und dem Bürgerbüro, unfassbar viel Papierkram und wochenlangem Warten auf Antwort, ist es uns nach ganzen vier Monaten endlich gelungen, tatsächlich registriert zu werden.

 

Fotobox zum 70jährigen Jubiläum
Fotobox zum 70jährigen Jubiläum

Die Camps des DUK

Ein weiterer Teil meiner Aufgaben bestand darin, auf einige Camps des DUK mitzufahren. Angefangen nach zwei Wochen mit dem großen 70-jährigen Jubiläum des DUK in Fredericia, bei dem ich völlig überwältigt war von den vielen jungen Menschen, die zusammen kamen, um ein Wochenende miteinander zu verbringen, an dem neben dem Spaß der Glauben im Vordergrund stand.

 

Weiter ging es mit dem KLU, einem Leiterkurs für Freiwillige, bei dem ich direkt zu Beginn sehr viele Jugendliche aus allen Teilen Dänemarks kennen lernte, die ich dann auch bei allen möglichen anderen Aktionen und Camps immer wieder traf.

Besonders bei diesem Wochenende wurde deutlich, wie jung und aktiv der Glaube in Dänemark ist und wie engagiert die Jugendlichen sich dafür einsetzen, diesen Glauben auch an die Kleineren weiterzugeben.

 

Erstkommunion- und Firmwochenenden

v.l.n.r.: Erstkommunionkindergruppe in Ombergen, Abendgebet in der Sommerkirche von Ombergen, Jule und ein Erstkommunionkind

 

Das wurde umso mehr bei den Erstkommunions- und Firmwochenenden deutlich, die im

Februar und März stattfanden. Mit verschiedenen Aktionen, Aufgaben, Spielen und Gebeten wurden die Kinder auf ihre bevorstehende Erstkommunion oder Firmung vorbereitet.

Für mich waren diese Wochenenden definitiv mit die besten Zeiten in meinen acht Monaten in Dänemark, da man nicht nur innerhalb des Leiterteams unglaublich viel Spaß hatte, sondern auch gemerkt hat wie sich zwischen den Kindern im Laufe des Wochenendes neue Freundschaften schlossen und sie immer mehr und mehr aus sich heraus kamen.

Alle diese Wochenenden fanden in Ømborgen, ein katholisches Leitercenter mitten

in Dänemark, statt. Ein Ort, an dem ich mich sofort wie zuhause gefühlt habe.

 

Institut St. Joseph

v.l.n.r.: Kochen im Deutschunterricht,                     Jule vor dem Institut,                                          Selbstgemachtes Spagehtti-Eis

 

Dreimal in der Woche habe ich außerdem am Institut Sankt Joseph in Kopenhagen mitgeholfen, eine katholische Schule, die sogar schon vom Kindergarten an bis zur zehnten Klasse auch einen internationalen, also englischsprachigen, Unterricht anbietet.

 

In unterschiedlichen Altersklassen habe ich sowohl im Englisch- als auch im Deutsch-unterricht mitgeholfen. Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich an meinem zweiten Tag dort alleine vor einen einzelnen Schüler gesetzt wurde, der so gut wie kein Deutsch sprach und ich ihm etwas Grammatik beibringen sollte, weil er im Unterricht nicht mitkam. In diesem Moment fühlte ich mich ziemlich überfordert. Da ich kein Dänisch und er kein Deutsch sprach, musste ich versuchen, ihm auf Englisch die deutsche Grammatik zu erklären - ziemlich verwirrend für uns beide. Doch mir hat es unglaublich viel bedeutet, dass die Lehrer mir so viel alleine zugetraut haben, besonders im Deutschunterricht einer siebten Klasse habe ich nach und nach immer mehr selbst vorbereitet und auch unterrichtet. Nach anfänglicher Nervosität und sogar ein bisschen Angst, etwas falsch zu machen, wurde ich immer sicherer und lernte auch die Kinder besser kennen. Und spätestens als mich an meinem letzten Tag einige süße Viertklässlerinnen umarmten und mich nicht mehr loslassen wollten und einige Siebtklässler zu mir sagten, ich sei eine gute Lehrerin gewesen und sie würden mich vermissen, wollte ich eigentlich gar nicht mehr weg.

 

Jule's Eindrücke aus Kopenhagen:

Jule und die dänische Sprache

Leider bin ich in meiner Zeit in Dänemark nicht dazu gekommen, einen Dänischkurs zu machen, was vor allem an der problematischen Registrierung lag. Trotzdem oder vielleicht genau deshalb gab es einige lustige Momente, die mit fehlenden Sprachkenntnissen zu tun hatten: In einem der ersten Camps sollte für den letzten Abend in Gruppen ein Sketch aufgeführt werden und meine Gruppe war der Meinung, ich solle doch auch etwas sagen und so übte ich den ganzen Abend den Satz :,,Her er vores kamel", übersetzt: ,,Hier ist unser Kamel". Als ich diesen Satz dann später bei der Vorführung sagte, brachen alle in Jubel aus.

So ist das wohl einer der ersten Sätze, die ich auf Dänisch gelernt und seitdem auch nicht vergessen habe.

 

Einige Freiwillige des DUK versuchten immer wieder, einfach Dänisch mit uns zu sprechen, einige weigerten sich sogar bis zum Schluss, Englisch zu reden, weil sie der Meinung waren, wir sollten Dänisch lernen. Und um ehrlich zu sein, hat mir das wirklich geholfen, denn im Laufe der Zeit habe ich immer mehr verstanden und auch versucht, zu antworten, was dann aber doch um einiges schwieriger war. Manchmal bestand eine Unterhaltung dann auch einfach mal aus verwirrtem Nicken oder Kopfschütteln.

 

Panama

Jule und Hedwig in Panama
Jule und Hedwig in Panama

Ein weiteres Highlight war natürlich der Weltjugendtag in Panama, den wir mit anderen 70 Freiwilligen des DUK besucht haben. Nicht nur die Erfahrung des WJTs an sich war für mich unglaublich schön, sondern vor allem auch, dass ich mich in dieser Zeit mit einigen Dänen, die man vorher noch nicht so gut kannte, wirklich an-gefreundet habe.

Für mich persönlich hat sich nach Panama, also in meiner zweiten Praktikumshälfte, auch in Kopenhagen nochmal einiges verändert.

 

Jule mit einigen Dänen in Panama
Jule mit einigen Dänen in Panama

Ich ging viel positiver an meine Aufgaben ran und fühlte mich nun wirklich wie zuhause.

Ich habe wirklich einige Zeit gebraucht, um mich einzugewöhnen, gerade am

Anfang gab es einige schwierige Momente für mich. Obwohl ich mich vorher natürlich auch schon sehr wohl gefühlt habe, hatte ich das Gefühl, erst in dieser zweiten Hälfte meines Praktikums wirklich angekommen zu sein.

 

Zum Schluss kann ich eigentlich nur noch sagen, dass mir diese acht Monate in Kopenhagen unglaublich viel gebracht haben. Ob in der Frage nach meiner Studienwahl, meiner persönlichen Entwicklung, der Begegnung mit anderen Menschen und Kulturen oder das Erleben des Glaubens in einem anderen Land, ich habe das Gefühl, überall einen Schritt weiter gekommen zu sein.

 

Nach einem Schultag in Dänemark wurde immer gesagt: ,,Tak for idag!"(Danke für heute!), eine meiner Meinung nach sehr schöne Geste, die wir uns auch hier in Deutschland etwas mehr zu Herzen nehmen sollten. In dem Sinne kann ich mich also nur für acht unglaublich schöne Monate bedanken bei allen, die mir in dieser Zeit zur Seite gestanden haben.

 Jule

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Julia Jesse

Referentin Missionarische und diakonische Pastoral
Tel.: 05251 29 96 - 44
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Finanziell unterstützt wird das Bonifatius Praktikanten Programm durch das Erzbistum Paderborn.