10 Monate in Stockholm - Sophie blickt zurück

Am 24. August 2018 ging es für mich los nach Schweden. Ich war aufgeregt, denn lange hatte ich diesen Tag mit großer Vorfreude ersehnt und als dieser dann endlich da war,konnte ich es erst so richtig begreifen, als ich im Flugzeug saß.

 

Fragen wie, „Habe ich an alles gedacht?“, „Bin ich gut genug vorbereitet?“, „Wird alles so klappen, wie ich es mir vorgestellt habe?“ begleiteten meinen Flug ...

… und dann kam mir der Gedanke „Sophie, alles wird gut und es ist schon alles für dich vorbereitet!“ - Wow, welch ein Zuspruch und ich wurde innerlich immer ruhiger. Ich konnte mit Gewissheit sagen, dass ich mich bestmöglich auf diese Zeit vorbereitet habe und nun alles in Gottes Händen liegt, wie die Zeit in Schweden wohl so wird.

 

Nun, nach meinem 10 monatigen Aufenthalt in Schweden, kann ich sagen, dass es mir nicht hätte besser gehen können, aber nun von Anfang an.

 

Pater Dominik und Sophie
Pater Dominik und Sophie

Am Flughafen Düsseldorf startete meine Reise und ich hatte meine Familie mit einem lachenden und weinenden Auge verlassen. Meine Schwester begleitete mich noch zum Flughafen und dann ging es auch schon los. Schon ein unwirkliches Gefühl durchdrang meinen Körper und die Gewissheit, dass es jetzt wirklich losging.

Ich schrieb P. Dominik noch eine Nachricht, dass der Flug

pünktlich kommt und ich ihm schreibe, sobald ich am Stockholm Cityterminal angekommen bin. Da es ein Freitagnachmittag war, verzögerte sich meine Ankunft

in Stockholm City, aber dann ging doch noch alles gut.

P. Dominik begrüßte mich herzlich und wir gingen zusammen zu St:a Eugenia, meinem Praktikums- und

Wohnort für die nächsten 10 Monate. Wir hatten ein angenehmes Gespräch und ich fühlte mich sofort willkommen. Er zeigte mir mein Zimmer, ich nutzte die Zeit, um mich ein wenig zu erholen und nach einer Stunde holte er mich dann ab und zeigte mir das Haus.

 

Anschließend wurde ich noch zu dem 40. Geburtstags- und gleichzeitig Verabschiedungsfeier von P. Marc-Stephan Giese eingeladen, für den es in der nächsten Woche nach Beirut ging. So lernte ich in einer gemütlichen Runde schon die Patres und viele Gemeindemitglieder kennen und hatte schon einen tollen Einstieg.

 

Am nächsten Morgen war ich dann noch bei den Jesuiten zum Frühstück eingeladen und P. Josef bot mir an, die Stadt und die Umgebung näher zu zeigen. So nutzten wir die Möglichkeit des Austauschs und er berichtete mir von seinen Erfahrungen (er lebte 33 Jahre in Stockholm). Bei einem Glas Wasser auf der Terrasse unterhielten wir uns noch recht lange.

 

Am Nachmittag kamen meine Eltern vorbei, um mir meine Winterkleidung vorbei zu bringen, denn sie hatten schon eine Zeit in Südschweden verbracht und nutzten die Gelegenheit mich zu besuchen, was mir den Einstieg und das Ankommen erleichterte. So verbrachten wir den Samstagnachmittag zusammen und nutzten die Zeit um die Stadt zu erkunden.

 

Am Sonntag wurde ich in der Gemeinde im Rahmen der schwedischen Messe vorgestellt und alle haben geklatscht. So eine volle Kirche hatte ich schon lange nicht mehr erlebt und die Begeisterung für den Glauben war den Menschen anzusehen.

 

Dann begann alles langsam…

Gehört zu jeder Fika dazu: Kanelbulle
Gehört zu jeder Fika dazu: Kanelbulle

 

Am Montag lernte ich während der Fika (schwedisches Wort für Kaffee trinken, Gemeinschaft und Austausch während des Vormittags für eine halbe Stunde) die Menschen kennen, die in der Gemeinde arbeiten.

 

In jedem Gespräch merkte ich, wie sehr sie sich über mein Dasein freuen.

 

Patrick, Sophie und Hanne in Uppsala
Patrick, Sophie und Hanne in Uppsala

Am Nachmittag ging es für mich nach Uppsala, zum offiziellen Beginn des Semesters.

 

Auch dort wurden die Praktikanten des Bonifatiuswerkes offiziell begrüßt und willkommen geheißen. So begannen auch schon die Kurse in der Woche und ich pendelte zweimal pro Woche nach Uppsala, was sich die ganze Zeit so durchzog.

Wanderung in Idre: Sophie und eine Mitstudentin                Felicia, Eric und Sophie                                            Sophie mit einem Rentiergeweih

 

An dieser Stelle sei ein Dank an Felicia Johnson gerichtet, die mich immer ermutigt und bestärkt hat, und immer ein offenes Ohr hatte. So nahm das Semester seinen Anfang und die nächsten Monate waren eine Zeit des Ankommens.

Schnell hatte ich dank der lieben Menschen in St:a Eugenia das Gefühl ein neues Zuhause gefunden zu haben.

 

Nun möchte ich meine Arbeitsstellen vorstellen:

Der Buchladen

 Der Buchladen war ein ganz besonderer Praktikumsort, der geprägt war von Offenheit, Herzlichkeit und ganz viel Lachen :-). Dieser hat von 11-18 Uhr geöffnet und meine Aufgaben waren primär, da zu sein und dort zu helfen, was gerade anstand. So war ich zwei- dreimal pro Woche im Buchladen und etikettierte neue Bücher, sortierte die Regale, verpackte Rosen-kränze, füllte Weihrauch auf, ging zur Post und zum einkaufen für Buchpräsentationen am Abend oder Voluntärtreffen.

 

Hierfür ging ich auch das erste mal in den Systembolaget, den Ort an dem Alkohol gekauft werden kann. In Schweden muss man dafür 21 Jahre alt sein und in dem Laden stehen Sicherheitskräfte und beobachten ganz genau, was man so einkauft. An der Kasse wird der Personalausweis kontrolliert. Ohne Ausweis keinen Alkohol - so lautet die Devise in Schweden.

Anfangs war ich über diese Strenge ein wenig irritiert und gegen Ende war ich stolz, als ich meinen Ausweis mal nicht zeigen musste.

 

KPN- Katolska Paedagogiska Namden

Kardinal Arborelius, Sophie und das KPN Team
Kardinal Arborelius, Sophie und das KPN Team

Das KPN liegt in der wunderschönen Altstadt Stockholms und ist ein sehr herzlicher Ort. Die Gemeinschaft unter den Mitarbeitern wird hier groß geschrieben und auch das man mal Kind sein darf.

 

Hier war ich einmal in der Woche und wenn ich mal nicht dort war, fehlte mir irgendwie etwas. Immer wenn ich dort ankam, wurde ich erstmal umarmt und die Dankbarkeit konnte ich schon beim ankommen spüren. So half ich meistens beim verpacken von Flyer und sortieren des Lagers, sowie Korrekturen von Briefen nach Deutschland. Bei der

Fika und dem gemeinsamen Mittagessen gab es immer einen regen Austausch und wir

haben immer viel gelacht. Wenn es mir mal nicht gut ging und ich etwas auf dem Herzen hatte, fand ich mich immer bei einer Mitarbeiterin ein offenes Ohr und sie sah es mir meistens auch vorher immer schon an.

 

Die Studentengruppe

Die Studentengruppe am Sonntagabend nach der englischen Messe war eine ganz besondere Gruppe. Hier fühlte ich mich auch sehr wohl und P. Thomas sagte bei meiner Verabschiedung: „Sophie, wir haben dir vieles zu verdanken, denn du hast immer effizient gearbeitet und dich immer eingebracht. Man kann Praktikantin sein und die Aufgaben nacheinander erledigen und man kann Praktikantin sein mit Herz - und du gehörst zu der letzteren Kategorie. Du

warst eine Bereicherung für uns.“ Dann wurde applaudiert und mir kamen die Tränen in die Augen. Es war schon so ein Anker für mich persönlich und ich habe mich immer auf die Studentengruppe gefreut, was auch daran lag, dass alles so unkompliziert lief und ich dort auch neue Freunde finden konnte. Das Programm war bunt gemischt und für jeden etwas dabei, wobei der harte Kern, um die 20-25 Studierenden, jede Woche da waren. Danke an dieser Stelle nochmal an P. Thomas. 

 

Die englische Katechese

Sonntagnachmittag war immer volles Programm. Um 15 Uhr ging es los mit dem aufschließen der Gemeinderäume, in denen die Katechese gehalten wurde und meistens unterhielt ich mich davor immer nochmal mit den Schwestern, mit denen ich eine enge Verbindung hatte und wir immer viel gelacht und uns ausgetauscht haben.

 

St:a Eugenia ist eine sehr internationale Gemeinde und viele Familien kommen aus Afrika und Indien, die für ihre Kinder die englische Katechese präferieren. Als ich ganz zu Beginn meiner Zeit gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte die Firmlinge vorzubereiten, bestätigte ich dies. Am Anfang brauchte ich ein bisschen Zeit, um in das sprechen auf englisch reinzukommen, aber die Jugendlichen waren sehr nachsichtig und dann kam ich ziemlich schnell rein. So bereitete ich hauptsächlich diese Gruppe jeden Sonntag mit Sr. Veronica vor. Es war mein Anliegen, ihnen die Liebe Gottes näher zu bringen und das sie lernen, sich dafür zu öffnen und auf Gottes Stimme zu hören. Mit der Zeit hatte ich das Gefühl, dass sie auf einem guten Weg sind und sie kamen ins nachfragen und diskutieren über unseren Glauben. Das machte mich sehr glücklich und eine größere Anerkennung für die

Arbeit hätte ich mir nicht vorstellen können.

 

An dieser Stelle noch ein ganz herzliches Dankeschön an die Schwestern. Es war mir eine große Freude und ihr habt mich in meinem Glauben viel gelehrt.

 

Die Verabschiedung

Kardinal Arborelius verabschiedet Sophie
Kardinal Arborelius verabschiedet Sophie

An meinem letzten Tag (Mittwoch, 5. Juni) war ich voller gemischter Gefühle. Am Vormittag stand um 11 Uhr die Hl. Messe zu Ehren des hl. Bonifatius mit Kardinal Anders Arborelius an. Anschließend startete das Sommerfest und wir waren zum Mittagessen eingeladen. Alle Mitarbeiter des Bischofs-hauses waren eingeladen und es war eine Ehre auch eingeladen worden zu sein.

Im Rahmen des Dankes wurden mir von Kardinal Anders Arborelius auch Geschenke überreicht, die mich sehr berührt haben.

 

 

In den letzten Tagen des Abschieds wurde ich oft gefragt, ob ich mir nochmal vorstellen könnte, zurück zu kommen und viele sagten mir, es sei so schade, dass ich jetzt gehe.

Ja, ein Teil meines Herzens wird wohl immer in der Gemeinde St:a Eugenia bleiben und ich werde gerne und oft wieder für einen Besuch zurück kommen.

 

Danke an das Bonifatiuswerk, ohne das ich diese Erfahrungen nicht in dieser Form hätte machen können. An alle lieben Menschen, die ich in Schweden kennenlernen durfte und auch meinen Mitpraktikanten sei ein herzliches Dankeschön gerichtet und wir sind im Gebet verbunden bis zu dem Tag an dem wir uns wiedersehen!

SOPHIE

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