Arbeitswoche in Marieudd

v.l.: Ricarda, Sonja, Hannah, Jörg, Konrad, Julia in Marieudd
v.l.: Ricarda, Sonja, Hannah, Jörg, Konrad, Julia in Marieudd

Für die vorletzte Aprilwoche hatten wir uns ein besonderes Projekt vorgenommen: Wir wollten Marieudd auf den schwedischen Sommer vorbereiten, Holz machen und aufräumen. Dafür hatten wir uns in dieser Woche nichts anderes vorgenommen und so ging es an einem sonnigen Sonntag los. Nachdem wir schon in der vorherigen Woche angefangen hatten, Pläne zu schmieden und einige Geräte und Werkzeug in unseren treuen Begleiter, dem Newman-Bus 'UWE' gepackt hatten, feierten wir am Sonntagmorgen eine Messe mit Philip.

Ankommen bei Sonnenschein

Clarita und Hannah bei der Fika
Clarita und Hannah bei der Fika

Anschließend schnappten wir uns auch noch unser restliches Gepäck und machten uns auf den Weg zu einem der schönsten Orte in Schweden (wir würden sogar sagen weltweit): Marieudd. Auf dem Weg, den wir uns mit leckeren Erdbeeren und sommerlicher Musik versüßten, hielten wir noch bei verschiedenen Supermärkten an, um uns für die kommende Arbeitswoche mit stärkenden Lebensmitteln einzudecken. In Marieudd angekommen waren wir erst einmal damit beschäftigt, alle Sachen, die sich in UWE angesammelt hatten, am richtigen Ort zu verstauen. Die verbleibende Zeit an diesem schon sommerlichen Sonntag nutzten wir dann –wie sollte es anders sein- für eine Fika bei einem nahegelegenen Gemüsehof, den wir bereits im Winter entdeckt hatten und nun testen wollten. Abends stießen dann noch Sonja und Konrad hinzu und wir ließen den Tag vor dem Kamin ausklingen.

Motivierter erster (Sommer-)Tag

Der Montag war ganz von unserer Motivation und unserem Arbeitswillen geprägt. Als Erstes standen einige Fahrten zur Återvinningscentral, dem schwedische Wertstoffhof, auf dem Programm. Dort entsorgten Hannah und Konrad neben vielen Matratzen und alten Stühlen auch ein leuchtend gelbes, aber leider kaputtes Kanu. Währenddessen wurden auch in Marieudd selbst schon die ersten Arbeiten erledigt und so bekam zum Beispiel die Treppe einen neuen Anstrich und die Dachrinne wurde gereinigt. Zwischenzeitlich wurde es dann tatsächlich so warm, dass wir uns dazu entschlossen, die 'Kurze-Hosen-Saison' einzuläuten und auch unsere Sonnenbrillen herauszuholen.

Nachmittags entfachten wir dann ein Lagerfeuer, wo wir sämtliches Holz und Gestrüpp verbrannten, was wir auf dem Gelände finden konnten. Das Feuer nutzten wir abends dann sogar noch für Stockbrot, das wir über dem Feuer mehr oder weniger gekonnt zubereiteten. (Wie schwarz darf ein Stockbrot eigentlich werden?) Nebenbei konnten wir den Sonnenuntergang und zwei Schwäne beobachten. Leider hatten wir aber keinen Vogelexperten dabei, sodass uns das komische Verhalten der Schwäne immer noch ein Rätsel ist.

Stockbrot nach getaner Arbeit
Stockbrot nach getaner Arbeit

Zwei Stunden Schweden und Elche

Am Dienstag stand dann für uns alle ein Tag bei unseren Arbeitsstellen in Stockholm an. Während Sonja und Konrad ihren wöchentlichen Großeinkauf bei der Caritas erledigten, genossen wir die Sonne vor dem Kindergarten und spielten mit den Kindern. Nachdem wir Feierabend hatten, setzten wir uns noch in ein Gartencafé in Enskede, dem Stadtteil des Kindergartens, um auf unsere Weiterfahrt zu warten. Gegen fünf machten wir uns nämlich auf den Weg nach Nynäshamn, wo wir Julia und Isabell, die Rigantinnen, am Fährhafen abholten.

 

Mit der Verstärkung aus Lettland traten wir dann die Heimfahrt an und Schweden zeigte sich direkt von seinen besten Seiten. Denn wie schon am Tag zuvor konnten wir ein paar Kilometer vor Marieudd einige Elche beobachten. Die beiden waren nicht einmal zwei Stunden in Schweden und erlebten das, worauf wir über ein halbes Jahr warten mussten. So ein Glück muss man auch erstmal haben! Total glücklich und erschöpft erreichten wir schließlich unser Domizil, wo Sonja uns schon mit einem leckeren Essen erwartete. Später stießen auch noch Ricarda und Philip hinzu, sodass wir nun genug Arbeitskräfte für den nächsten Tag hatten.

Holz fürs Feuer, zum Bauen und Entsorgen

Das zu entsorgende Holz (v.l.: Ricarda, Clarita, Hannah, Julia, Isabell, Sonja, Konrad)
Das zu entsorgende Holz (v.l.: Ricarda, Clarita, Hannah, Julia, Isabell, Sonja, Konrad)

Während Sonja sich am Mittwoch erneut zur Caritas aufmachte, setzten wir unsere Aufräumarbeiten fort. Philip fällte ein paar Bäume, die von Julia und Clarita direkt gehackt und zu Brennholz verarbeitet wurden. Außerdem fuhren Ricarda, Isabell und Hannah nach Bromma zu einem Baumarkt, um dort Material für Hochbeete und einen Picknicktisch zu besorgen. Dies stellte sich aber als nicht so einfach heraus, denn der jesuitische Geländewagen OLGA hatte gemeinsam mit einem geliehenen Anhänger einen so großen Wendekreis, dass wir den Anhänger regelmäßig abkoppeln und über den halben Parkplatz ziehen mussten. Aber irgendwann hatten wir auch das geschafft und kamen wieder sicher nach Marieudd zurück. Dort beluden wir, mit Verstärkung von Konrad und Sonja, den Anhänger mit sehr viel altem Holz. Dieses brachten wir ebenfalls zur Återvinningscentral, dem Wertstoffcenter und bauten in der Zwischenzeit den neuen Tisch auf. Abends stärkten wir uns mit Konrads berühmter Linsensuppe und fielen schließlich todmüde ins Bett.

Die beiden Holzvorräte
Die beiden Holzvorräte

Arbeitsmotivatin lässt sich auch bei schlechtem Wetter finden

Unsere andere Einsatzstelle wollten wir selbstverständlich für diese Woche auch nicht vollkommen außer Acht lassen. Deshalb zog es uns auch am Donnerstag wieder in den Kindergarten, weshalb Hannah und ich uns früh auf den Weg nach Stockholm machten. Das Wetter war an diesem Tag nicht ganz so gut, weshalb wir vermuteten, dass auch die Arbeitsmotivation am Morgen nicht ganz so hoch sein kann – sowohl in Marieudd als auch im Kindergarten, wo wir nicht einmal wie sonst üblich mit den Kindern rausgegangen sind.

 

Kurz nach Mittag machten wir uns aber schon wieder auf den Weg nach Marieudd, wo wir die anderen beim Mittagessen antrafen und uns danach aber doch für die Arbeit motivieren konnten. Und die war dann auch mit einem Schlag da. Wenn wir jetzt zurückschauen, haben wir wirklich auch einiges an diesem Tag geschafft. Wahnsinn, was so ein plötzlicher Motivationsschub bewirken kann.

Mittagspause vor Marieudd
Mittagspause vor Marieudd

Jeder findet seine Aufgabe für den Tag

Die meiste Zeit hielten wir uns im Lilla Huset auf, dessen Umgestaltung in dieser Woche ein großes Projekt war, aber auch selbst zu unserer Werkstatt umfunktioniert wurde. So war ein Teil unserer Gruppe damit beschäftigt, zwei Hochbeete zu bauen. Jörg und Ricarda machten sich draußen auf die Suche nach Bäumen, Büschen und Sträuchern – eigentlich nach allem, was sie finden konnten, um es abzusägen. Da Marieudd an sich und zusätzlich noch leichter Schneefall eine perfekte Kulisse bot, konnte Philip es sich nicht entgehen lassen, seine Kamera herbeizuholen und wieder schöne Fotos – bunt und schwarz-weiß – zu schießen.

 

Für uns beide blieb irgendwann leider keine Aufgabe mehr, weshalb wir uns entschlossen, einen anderen äußerst wichtigen Posten zu übernehmen. Was konnte das nur sein? Klar, die Fika vorzubereiten. Als die ganze Gruppe dann beim Cappuccino zusammensaß, präsentierten Konrad und Julia ihr tolles Bauprojekt: Sie hatten einen Hocker bzw. kleinen Tisch (die Funktion des Möbelstücks ist leider nicht ganz eindeutig) gebaut.

...und dann ging es zum gemütlichen Teil über

Geburtstagsglückwünsche um 0:00 Uhr
Geburtstagsglückwünsche um 0:00 Uhr

Danach wurde noch das ein oder andere draußen gearbeitet während es Konrad, Julia und uns beide noch in die Sauna zog. Philip verabschiedete sich leider schon vor dem Abendessen (Spätzle), was Sonja und Clarita zusätzlich zu Konrads selbstgebackenem und leckerem Brot zubereitet hatten. Also machten wir es uns ohne ihn im Wohnzimmer vor dem Kamin gemütlich, wo wir bis Mitternacht mit Jörgs sehr geschmackvoller Musik unterhalten wurden. Um 0:00 Uhr konnten wir dann Hannah zu ihrem 19. Geburtstag gratulieren, der auch am nächsten Tag (Freitag) noch schön gefeiert wurde.

Mal ein ganz anderer Geburtstag

Nach dem Geburtstagsfrühstück machten wir uns draußen wieder an die Arbeit. Der kleine Holzunterstand sollte abgebaut und an eine andere Stelle verschoben werden - was so simpel klingt war allerdings ein echtes Tagesprojekt. Somit waren die einen mit dem Bau eines Fundaments und dem Auseinanderbauen des Häuschens beschäftigt, die anderen mit Feuermachen und Holzhacken.

Versetzen des Holzhauses
Versetzen des Holzhauses
Geburtstagsfika
Geburtstagsfika

Am Nachmittag gab es dann die typisch schwedische Princesstårta und natürlich wieder Cappuccino. Bevor sich Sonja und Clarita an die Vorbereitung des Abendessens machten, durfte sich Hannah auf die Suche nach ihrem Geschenk machen, wofür sie so einige Büsche und Moore überqueren musste, aber letztlich erfolgreich war. Zum Abendessen gab es dann eine traditionell süddeutsche Speise: Knödel mit Rotkohl. Den Abend verbrachten wir wieder gemütlich vor dem Kamin.

Die traditionelle Abschlussfika

Am Samstag gönnten wir uns dann Entspannung. Da auch das Wetter besser war, machten wir eine schöne Wanderung zu einem Café, auf das sich schon alle sehr gefreut hatten. Als wir davor standen, mussten wir allerdings feststellen, dass es an diesem Wochenende geschlossen war. Wir konnten uns aber nicht damit abfinden, keine Fika zu machen, weshalb wir zum nächsten Supermarkt liefen, um ein bisschen Fikabröd zu besorgen und einen anderen schönen Platz zu finden. Danach lief ein Teil der Gruppe wieder zurück nach Marieudd, der andere nahm den Bus.

 

Abends machten sich schließlich Jörg, Ricarda und Konrad wieder auf den Heimweg. Julia und Clarita versuchten sich am Brezelbacken. Die Ergebnisse führten zu einem leckeren Abendessen.

Und so schnell verging nun auch wieder eine erlebnisreiche Woche: Die Abreise stand an. Nach dem Aufräumen machten wir uns also glücklich, zufrieden und voller wunderbarer Erinnerungen wieder auf den Weg nach Uppsala.

Clara und Hannah

Die Träger des Projekts                             Kontakt

 

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e.V. 

Kamp 22 | 33098 Paderborn

Tel.: 05251 29 96 - 0

Fax: 05251 29 96 - 88

E-Mail: info@bonifatiuswerk.de

Web: www.bonifatiuswerk.de

 

Weitere Infos zum Bonifatiuswerk

 


Newman-Institut 

Ricarda Clasen

Projektkoordinatorin

Slottsgränd 6 | 75309 Uppsala

Web: www.newman.se

E-Mail: ricarda.clasen@newman.se

 

 

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Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich gerne direkt an:

 

Laura Maring

Projektreferentin
Tel.: 05251 29 96 - 44
E-Mail: laura.maring@bonifatiuswerk.de



Finanziell unterstützt wird das Bonifatius Praktikanten Programm durch das Erzbistum Paderborn.