
Zehn Monate habe ich nun in der größten Stadt des Baltikums gelebt und gearbeitet, aber Riga steht in meiner Wahrnehmung mittlerweile für so vieles mehr: Reisen, Interessante Begegnungen, Großartige neue Menschen und ein Abwechslungsreicher Alltag.
Reisen
Während meines Praktikums in Riga hatte ich die Möglichkeit, viel zu reisen und Orte zu entdecken, die ich bisher noch nicht kannte. Ich denke an viele schöne Reisen zurück, wie beispielsweise Sophias und meine Rundreise durch Lettland, unsere Trips nach Litauen und Estland, unser Besuch bei unseren Mitfreiwilligen in Finnland oder die Fahrten nach Schweden. Meine Galerie ist Zeuge von unzähligen traumhaften Ausflügen und auch rückblickend schaue ich mir gerne die Fotos und Erinnerungen an, die ich unterwegs sammeln konnte.
Interessante Begegnungen

Mein PiN in Riga steht für mich definitiv auch für interessante Begegnungen. Gerade zu Beginn war es natürlich nicht immer leicht, sich in einem fremden Land mit einer (mir leider größtenteils immer noch) fremden Sprache zu verständigen, und so verlief die anfängliche Kommunikation mit meinen Mitmenschen fast ausschließlich über Google-Translate. Rückblickend war das zwar oft sehr anstrengend, aber es zeigt auch, dass es nicht unbedingt einer gemeinsamen Sprache bedarf, um anderen Menschen zu begegnen, vielleicht sogar, dass die Begegnungen umso interessanter sind.
Einmal in der Woche bin ich in einen lettischen Chor gegangen. Nicht jede Person dort hat Englisch gesprochen und es war nicht immer einfach, sich über Worte zu verständigen, aber durch das gemeinsame Singen hatte ich die Möglichkeit, sowohl den Menschen als auch der lettischen Kultur zu begegnen.
Ebenso interessant waren für mich die zahlreichen Begegnungen in der deutschen Gemeinde in Riga. Jeden Sonntag findet mitten in Rigas wunderschöner Altstadt ein deutscher Gottesdienst statt. Ich habe mich nicht nur stets auf das anschließende Kirchencafé, sondern auch auf die vielen Begegnungen mit Menschen aus nah und fern gefreut. Die Gemeinde in St. Petri wurde für mich zu einem wirklichen Heimatort, und ich bin sehr dankbar für die tolle, lebendige Gemeinschaft, die ich dort erleben durfte.
Großartige neue Menschen

Großartige neue Menschen habe ich dank des PiNs bereits vor meiner Zeit in Riga kennengelernt. Bei den beiden Vorbereitungsseminaren hatten wir die Möglichkeit, uns als Freiwillige untereinander kennenzulernen. Und diese tolle Gemeinschaft blieb auch bestehen, als wir alle an verschiedenen Orten in Nordeuropa verstreut waren. Auf die gegenseitigen Besuche, das gemeinsame Weihnachts- und Silvesterfest oder die Seminare habe ich mich riesig gefreut, nicht zuletzt, weil ich die gemeinsame Zeit einfach sehr geschätzt habe. So wurde das Weihnachtsfest im schwedischen Vadstena definitiv zu einem Highlight für mich. An das gemeinsame Kochen, Kartenspielen, Singen und Eisbaden denke ich gerne zurück.
Großartige neue Menschen habe ich selbstverständlich auch in Riga kennengelernt. Viele andere deutsche Freiwillige von unterschiedlichen Organisationen arbeiten dort und so haben wir Freunde gefunden, die unseren Alltag in Riga enorm bereichert haben. Eine von ihnen hat mit mir gemeinsam das lettische Mittsommerfest gefeiert und mir so die lettischen Traditionen nähergebracht. Auch in die Suppenküche kommen viele Freiwillige zum Anpacken und Mithelfen und so habe ich auch dort Menschen gefunden, die mir ans Herz gewachsen sind.
Abwechslungsreicher Alltag

Wenn ich meinen Arbeitsalltag in Riga mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es abwechslungsreich. Ich hatte die Möglichkeit, in drei verschiedenen Einsatzstellen zu arbeiten, was zu Beginn gewiss nicht immer leicht, auf lange Sicht aber toll war. Zwei Tage in der Woche habe ich in einer Kerzenwerkstatt für Menschen mit geistiger Schwerbehinderung gearbeitet. Meine Aufgabe bestand darin, bei all den Tätigkeiten zu unterstützen, die die Menschen mit Behinderung nicht ausführen konnten. Ich habe also die Kerzenformen vorbereitet, die Aufgaben mit dem heißen Wachs übernommen oder Bestellungen verpackt.
Einen Nachmittag in der Woche habe ich in der Suppenküche der Mutter-Teresa-Schwestern für bedürftige Menschen gearbeitet. Ich wurde wortwörtlich mit offenen Armen empfangen und ich habe mich hier sehr wohl gefühlt. Jeden Dienstag habe ich die Schwestern bei der Arbeit unterstützt, Suppe verteilt, Teller gewaschen und sonstige Aufgaben erledigt. Selten habe ich die Suppenküche ohne Süßigkeiten verlassen.
Die restlichen Tage meiner Arbeitswoche habe ich in einem Tageszentrum für Menschen mit Beeinträchtigung aus dem Autismusspektrum gearbeitet. Diese Arbeit war zu Beginn wohl die herausforderndste, nach einiger Zeit für mich allerdings die schönste Tätigkeit. Ich hatte vor meinem Praktikum in Riga noch keine Berührungspunkte mit dem Thema Autismus und habe während meiner Zeit vieles gelernt. Jede Person hatte ihre eigenen Bedürfnisse und schnell hatte ich das Gefühl, dass sie mir oft viel mehr zurückgeben, als sie vielleicht wissen. Sophia und ich waren hauptsächlich bei der Betreuung der jungen Erwachsenen dabei und konnten uns mit eigenen Angeboten einbringen. Jeden Donnerstag haben wir gemeinsam einen Snackworkshop geleitet, bei dem wir in Kleingruppen verschiedene Rezepte ausprobiert haben.
Mein Arbeitsalltag in Riga war insgesamt wirklich sehr abwechslungsreich und vielfältig und gerade weil ich in keinem der drei Einsatzfelder zuvor Erfahrungen hatte, konnte ich sehr viel lernen und daraus mitnehmen. Auch unsere Freizeit in Riga war sehr abwechslungsreich. In nur 30 Minuten konnten wir mit dem Zug ans Meer fahren, aber auch die schöne Altstadt lud zum Verweilen und Schlendern ein.















