
Noch vor genau einem Jahr saß ich zu Hause und fragte mich, was wohl auf mich zukommt: Elf Monate in Bergen - in einem anderen Land, einer neuen Kultur, mit fremden Menschen. Wird es spaßig, frustrierend - oder vielleicht auch traurig? Jetzt blicke ich zurück und denke: Von allem ein bisschen. Da war die Freude, Norwegens atemberaubende Natur zu entdecken - die Erkundung der Hausberge in Bergen, das Eisbaden in den Fjorden. Der Stolz, mein neues Hobby - das Turmspringen - für mich zu entdecken und dabei über mich hinauszuwachsen. Da war die Frustration, wenn das Norwegisch doch wieder nicht ausreichte und ich auf Englisch zurückgreifen musste. Oder wenn meine Einsatzstelle, das oft hochgelobte norwegische Schulsystem, seine Schattenseiten offenbarte.
Und ja, da war auch Traurigkeit - in jenen Momenten, in denen ich mir wünschte, einfach zu Hause zu sein.
Was ich wohl am meisten vermissen werde, sind die Freundschaften, die in dieser Zeit gewachsen sind: Liv und Tobias, die Deutschlehrer*innen, mit denen ich an der Grundschule zusammengearbeitet habe. Dom Lukas, unser Mentor, der uns mit Rat, Humor und manchmal auch mit Gelassenheit begleitet hat. Meine Freunde vom Turmspringen. Und vor allem die anderen PiNler, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.
Müsste ich das PiN-Jahr in einem Wort beschreiben, wäre es wohl: gewinnbringend. Ich bin in dieser Zeit gewachsen, habe Fehler gemacht - und daraus gelernt. Ich habe mich neu kennengelernt und glaube heute ein kleines Stück besser zu wissen, wo mein Platz in dieser Welt liegen könnte.

Besonders das Wegsein von zu Hause und die damit verbundene Verantwortung haben mich wachsen lassen. Für mich selbst und andere zu sorgen, in einer neuen Gemeinschaft zu leben und diese mitzugestalten - das war herausfordernd, aber hat mich zu einem selbstständigeren und selbstbewussteren Menschen gemacht.
Die Zeit hat mich tief geprägt - und ich bin sicher, dass ich noch in vielen Jahren mit einem Lächeln an sie zurückdenken werde.
Takk for alt. Har det bra - og vi sees igjen!


