
Wow, nun bin ich schon 5 Wochen in Rättvik. Ich habe gar nicht gemerkt, wie die Zeit gerannt ist. Eingewöhnt habe ich mich bereits in diesen wundervollen Ort.
Rättvik sieht aus, wie man sich eine Stadt in Schweden vorstellt. Überall sind kleine rote Häuser auf Bergen, wo man im Winter Ski fahren kann und es gibt einen großen See, den Siljansee.
Stadtleben, aber auch die Ruhe genießen

Rättvik hat alles was man braucht: ein Café, was ich nur empfehlen kann, zwei Supermärkte, ein Schwimmbad und noch ganz viele andere Sachen, die man als Tourist sehen kann. Bisher war ich am See und in den Supermärkten. Auch war ich bereits für eine kurze Zeit auf dem Markt, der jedes Jahr am 1. Oktoberwochenende stattfindet.
Ich lebe in den acht Monaten übrigens im Stiftelsen Berget. Es ist mit dem Auto ungefähr 5 Minuten von der Stadt entfernt. Normalerweise ist es im Stiftelsen ruhig, ich wurde aber herzlich begrüßt und durfte normal in jeden Raum reden, eine Ausnahme wie es sich später rausstellt. Mein Zimmer liegt in einem für Gäste abgetrennten Bereich und bietet somit Ruhe, wenn diese mal kurzfristig nicht da ist.
Von Stille und Gebetsmeditationen

Ruhe und Stille sind Wörter die hier sehr wichtig sind. Wenn Gäste kommen, werden am ersten Abend die Regeln erklärt, also in welchen Räumen man reden kann. Ab dann herrscht Stille. Am Anfang war es etwas merkwürdig, wenn man gemeinsam am Tisch saß, um zu essen und niemand etwas sagte. Da ich sowieso nicht so viel rede, war das für mich kein großes Hindernis.
Neben der Stille sind auch die Gebetsmeditationen wichtig. Insgesamt gibt es 5 davon, eine davon ist die tägliche katholische Messe, die nicht im Haupthaus, sondern in der St. Dominques Kapelle stattfindet. Das ist eine kleine Kapelle auf dem großen Grundstück der Community.
Die Arbeit im Retreathaus in Rättvik

In den acht Monaten meines Praktikums arbeite ich in der Küche. Das heißt nicht nur kochen, sondern auch den Abwasch machen, was mir tatsächlich am meisten Spaß macht. Es gibt zwei Schichten. Die erste Schicht beginnt um 7.15 Uhr und endet um 15.00 Uhr. Am Anfang konnte ich die Frühschicht überhaupt nicht leiden, da ich eher ein Morgenmuffel bin, mittlerweile habe ich mich aber daran gewöhnt. Das beste an der Frühschicht ist es aber, dass man zur Mittagszeit kochen kann, was mir sogar gefällt, obwohl ich nie der größte Koch war. Der Abwasch geht tatsächlich rasch, wenn die Leute nicht gerade langsam essen.
Die Abendschicht beginnt um 15.00 Uhr und geht bis 22.00 Uhr. Bisher habe ich nur einmal wirklich bis 22.00 Uhr arbeiten müssen. Man kann nämlich viele Dinge auch schon zwischendurch erledigen. Zum Beispiel den Boden wischen, was schnell geht. Zum Kochen kommt man hier zwar nicht so richtig, da man meistens nur Suppe kocht, mir gefällt die Arbeit aber trotzdem, auch weil ich dann wacher bin.
So das war es erstmal von mir, in den folgenden Wochen bekommt ihr dann privatere Einblicke in das Leben der Stille.
Liebe Grüße eure Charlize!