
Bis zu dem Moment, in dem ich mein Zimmer im Gästehaus der Birgittenschwestern in Turku betreten habe, konnte ich nicht glauben, dass ich jetzt wirklich in einem anderen Land leben werde. Auch zwei Monate später, fällt es mir manchmal noch schwer, das zu begreifen.
Bei unserer Ankunft in Turku wurden wir herzlich von zwei Schwestern in Empfang genommen und mittlerweile hat man sich schon sehr gut eingelebt.
Unsere Arbeit im Gästehaus, bei der von Wäsche bügeln bis hin zu Unkraut zupfen alles dabei ist, wurde schneller zur Routine als gedacht. Einmal die Woche fahren wir mit dem Bus noch ins Altenheim und helfen dort bei der Essensausgabe, beim Sortieren von Kleidung oder gehen mit den alten Leuten spazieren.
Die Sprachbarriere macht es einem zwar häufig nicht leicht, aber man freut sich immer trotzdem ein "Kiitos" (Danke) zu hören.
Um bei der schwierigen Sprache wenigstens einen kleinen Überblick zu bekommen, starteten wir in der ersten Woche auch direkt unseren Finnisch-Sprachkurs, für den wir zweimal die
Woche in die Schule gehen und unser erstes Examen bereits erfolgreich bestanden haben.
Turku-Tag!

Ein erstes Highlight nach unserer Ankunft war der Turun päivä (Turku-Tag) am 21. September.
Überall in der Stadt waren Museen, Ausstellungen, Märkte und vieles mehr geöffnet. Julie und ich ließen uns durch die Straßen treiben, besuchten den Markt auf dem großen Marktplatz und schauten uns Musik- und Tanzaufführungen an. Der Tag endete mit einem spektakulären Feuerwerk am Fluss Aurajoki.
Zwischen Spaziergang und Orchesterprobe
In unserer Freizeit gehen Julie und ich fast jeden Tag am Fluss spazieren, besuchen gemütliche Cafés oder fahren am Wochenende auf die Insel Ruissalo, um das goldene Herbstwetter und die letzten Sonnenstrahlen zu genießen.
Außerdem gehe ich seit ein paar Wochen zu den Proben des Collegium Musicum, einem Studentenorchester der Universität Turku und bin sehr froh über die Möglichkeit, in Finnland weiterhin Geige spielen zu können. Im November findet auch schon das erste Konzert statt, für das ich noch fleißig üben werde.
Der Winter kann kommen

Auch wenn die Tage jetzt bemerkbar kürzer werden, freue ich mich auf die bevorstehenden Wochen und Monate. Vor allem die kommende Weihnachtszeit lässt meine Vorfreude immer größer werden und ich hoffe, dass wir einen richtigen finnischen Winter erleben werden.


