Eine prägende Zeit, die weit über eine Urlaubserfahrung hinausging

Blick auf ein Schwedenhäuschen auf der Insel Djurgården. (Foto: Kathrin)
Blick auf ein Schwedenhäuschen auf der Insel Djurgården. (Foto: Kathrin)

Als ich im Spätsommer in Stockholm ankam, war ich vor allem eins: neugierig. Rund acht Monate in einer neuen Stadt, in einer internationalen Kirchgemeinde, in einem Land, dessen Sprache ich nicht sprach - das klang nach Abenteuer und Herausforderung zugleich.

Ankommen in einer lebendigen Gemeinde

Büdchen auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Stortorget auf der Insel Gamla Stan in Stockholm.
Büdchen auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Stortorget auf der Insel Gamla Stan in Stockholm.

St. Eugenia ist eine besondere Gemeinde. Sie ist nicht nur die älteste katholische Pfarrgemeinde, die nach der Reformation in der schwedischen Hauptstadt gegründet wurde, sondern auch ein Ort, an dem Menschen aus über 70 Nationen zusammenkommen. Schon in meiner ersten Woche wurde ich mit großer Herzlichkeit empfangen. Die Gemeinde lebt von Vielfalt, Wandel und einem tiefen Glauben, der sich im Alltag zeigt. Die Zeit in dieser international geprägten Gemeinde war für mich sowohl fachlich als auch persönlich äußerst bereichernd und hat meinen Blick auf kirchliche Arbeit in einem multikulturellen Umfeld nachhaltig geprägt.

Meine Aufgaben - vielseitig und sinnstiftend

Ein Blick in das Schaufenster des katolsk bokhandel zur Adventszeit mit Krippenfiguren geschmückt.
Ein Blick in das Schaufenster des katolsk bokhandel zur Adventszeit mit Krippenfiguren geschmückt.

Während meines Praktikums war ich in mehreren Bereichen tätig, die mir ein breites Spektrum pastoraler, organisatorischer und sozialer Tätigkeiten vermittelten. Die Arbeitssprache war überwiegend Englisch, ergänzt durch erste Schritte in Schwedisch, was mir half mich schnell in den Alltag einzufinden. 

 

Eine meiner Hauptarbeiten fand im "Katolsk Bokhandel" statt. Seit 1887 bietet der Buchhandel, der sich heutzutage direkt neben der Kirche befindet, ein großes Sortiment an theologischer und philosophischer Literatur an. Zudem werden Devotionalien wie Rosenkränze und Kruzifixe verkauft. Das Bearbeiten von Online-Bestellungen, die Erfassung neuer Produkte und der direkte Kundenkontakt brachten mir nicht nur stets Freude, sondern auch viele Erkenntnisse über das Leben in der Diaspora. 

 

Zudem half ich bei der Caritas Sverige in Alvsjö. Die Caritas stellt eine wichtige Anlaufstelle dar für Menschen, die besondere Unterstützung in ihrer jeweiligen Lebenslage benötigen. Neben Sprachkursen, Gesprächsmöglichkeiten mit Sozialarbeitenden, Ärzten, Physiotherapeuten und Juristen bietet die Caritas auch ein drop-in Gesprächskaffee für Hilfesuchende an. Die Arbeit dort bot mir konkrete Einblicke und Sensibilisierung für soziale Herausforderungen in einem urbanen, internationalen Umfeld. Abermals wurde mir bewusst, wie wichtig Zuhören sein kann.

 

Sonntags bereitete ich die Verpflegung für die katholische Studentengruppe vor. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, viele junge Katholiken aus der ganzen Welt kennenzulernen und mit ihnen in den Austausch zu gehen. Es faszinierte mich, wie vielfältig das Katholischsein weltweit ist. Der Begriff der Weltkirche definierte sich für mich durch diese Begegnungen nochmals neu. 

 

Durch meine Arbeit beim "Katolsk Forum" durfte ich spannende Vorträge hören, die neben theologischen Themen auch die Verbindung zwischen säkulerer Gesellschaft, Wissenschaft und Religion aufgriffen. 

Leben in Stockholm - zwischen Fika und Winterdunkel

Die wundervolle Kirschblüte am Kungsträdgården im Herzen Stockholms.
Die wundervolle Kirschblüte am Kungsträdgården im Herzen Stockholms.

Stockholm hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Die Stadt verbindet Wasser, Altstadt, Kultur und Natur auf einzigartige Weise. Besonders war vor allem der lange, dunkle Winter, der jedoch durch die schwedische Tradition der Fika, durch Lichterschein, lange Gespräche und viel Tee wunderschön war. Gerne ließ ich mich auf Neues ein und lernte die schwedische Sprache, Kultur und vor allem die Menschen kennen. Die Gelassenheit und Ruhe, die durch die Fika in den Alltag gebracht wird, fasziniert mich bis heute. Viel Freude brachten nach dem Winter die ersten Frühlingstage. Sobald die Sonne schien, fanden sich die Menschen in Cafés, Parks und auf der Straße ein, um gute Laune zu tanken. Die Kirschblüte am Kungsträdgården direkt gegenüber der Kirche wurde dabei von vielen Schaulustigen bewundert und fotografiert.

Reisezeit ist jede Zeit

Eine gänzlich aus Eis erbaute Kirche im Icehotel in Jukkasjärvi.
Eine gänzlich aus Eis erbaute Kirche im Icehotel in Jukkasjärvi.

Natürlich fand sich auch genügend Zeit, die anderen Freiwilligen in ihren Einsatzstellen zu besuchen und sich über Ländergrenzen hinweg auszutauschen. So konnte ich viele PINler treffen und die Zeit mit ihnen unvergesslich machen. Über dies hinaus nutzte ich im Winter die Gelegenheit, eine der nördlichsten Städte Schwedens Kiruna, zu erkunden. Die eisigen Temperaturen, Massen von Schnee und glitzernde zugefrorene Seen boten eine wundervolle Reiseerfahrung. Sogar den Anblick der tanzenden Aurora-Lichter konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben genießen.

Mein Fazit

Ein Kaffee zur Fika im Cafe Fabrique in Stockholm.
Ein Kaffee zur Fika im Cafe Fabrique in Stockholm.

Das Praktikum in St. Eugenia war für mich prägende Zeit, die weit über eine Urlaubserfahrung hinausging. Die Kombination aus pastoraler Arbeit, sozialem Engagement und interkulturellem Austausch hat meinen Horizont erweitert und mich persönlich wachsen lassen. 

Ich kann ein Praktikum in dieser Gemeinde allen empfehlen, die Interesse an internationaler kirchlicher Arbeit, an spannendem sowie differenziertem Dialog und an persönlicher Weiterentwicklung haben. 

Die Träger des Projekts           Kontakt

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e.V. 

Kamp 22 | 33098 Paderborn

Tel.: 05251 29 96 - 0

Fax: 05251 29 96 - 88

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[email protected]

Web: www.bonifatiuswerk.de

 

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Newman-Institut 

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Projektkoordinatorin

Slottsgränd 6 | 75309 Uppsala

Web: www.newman.se

E-Mail: [email protected]

 

 

 

 

 

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Das Bonifatiuswerk-Praktikanten-Programm wird finanziell vom Erzbistum Paderborn unterstützt.