Von Null auf Uppsala

Maria und ich an Valborg. (Foto: Hanna Härtling)
Maria und ich an Valborg. (Foto: Hanna Härtling)

Mein Jahr mit dem Praktikum im Norden (PiN) neigt sich dem Ende zu. Zehn wunderschöne Monate in Uppsala, der besten Stadt Schwedens. Ich kann es kaum glauben, dass es so schnell vorüberging. 

 

Meine Einsatzstellen waren das Newman-Institut, Skandinaviens einzige katholische Hochschule und Caritas Sverige in Stockholm. Gerade das Newman-Institut mit seiner etwas verträumten Stimmung und den oft unorganisierten, aber super freundlichen Kollegen, mochte ich sehr gerne. Es gibt nichts Besseres, als die Woche montags mit einer Geburtstagsfika im hauseigenen Café zu beginnen. 

Den Rest der Woche managte ich mit Maria, meiner fantastischen Mitpraktikantin, die Gästeräume. Wir organisierten alles für Konferenzen, hielten zusammen mit dem Hausmeister das Haus in Schuss und halfen bei all den anderen Aufgaben mit, die im Newman-Institut anfielen.

 

Dienstag und Donnerstag ging es nach Stockholm. Hier habe ich bei der Fika für Migranten mitgeholfen. Da war es mit der Sprachbarriere manchmal echt schwierig, gerade am Anfang, als ich noch kaum Schwedisch konnte. Und auch die anderthalb Stunden Zugfahrt nach Stockholm haben sich doch immer ein bisschen zu lang gezogen. 

Secondhand, Schwedisch und Studenten

Die Domkyrka Uppsala
Die Domkyrka Uppsala

Das Schwedischlernen fand ich überraschend einfach. Aber Deutsch und Schwedisch sind einander ja auch, gerade von der Grammatik her, sehr ähnlich. Und durch die schwedischen Kollegen und meine schwedischen WG-Mitbewohner konnte ich viel üben. 

 

In meiner Freizeit habe ich die Cafés und Secondhandläden Uppsalas erkundet, war wandern und im Winter langlaufen. Außerdem war ich in Upplands-Nation, einer Studentenvereinigung aktiv. 

 

Mit der katholischen Kirche in Schweden konnte ich ehrlich gesagt nicht so viel anfangen. Ich bin aber auch einfach liberal in kirchlichen Fragen und gerade die schwedischen Konvertiten sind sehr traditions- und regelbewusst. Sonntags- und Gebetspflichten werden eingehalten und Gott ist in fast allen Gesprächen mit dabei. In der WG-Küche gab es nicht selten lange theologische Diskussionen.

Ein langer und dunkler Winter

Pause vom Langlaufen. (Foto: Maria Härtling)
Pause vom Langlaufen. (Foto: Maria Härtling)

Am herausforderndsten war für mich der schwedische Winter, genauer genommen der Anfang des Winters, von November bis Anfang Januar. Es war einfach super dunkel, kalt und nass. Die erste Hälfte des Dezembers war mit genau 0,5 Sonnenstunden die dunkelste seit 1934. 

 

Ab Mitte Januar ungefähr wurde es dann aber wieder richtig sonnig, und man konnte die großartigen Schneebedingungen richtig ausnutzen. Die Samstage draußen bei eiskaltem, aber sonnigem Wetter gehören definitiv zu meinen Höhepunkten. 

 

Außerdem habe ich es sogar bis nach Jokkmok in den Polarkreis geschafft. Dort stand ich eine Nacht stundenlang draußen und habe die Polarlichter beobachtet. Das war die ewige Nachtzugreise wert.

Schwedische Highlights

Auf dem Märlaren.
Auf dem Märlaren.

Weitere Höhepunkte waren die Tage in Marieudd, dem Ferienhaus des Newmans. Direkt am See gelegen, konnten wir wunderbar Kajak fahren, stricken, baden, lesen und einfach super entspannen. 

 

Und jeder Moment, in dem ich bei gutem Wetter und guter Laune durch die Stadt gelaufen bin, war eigentlich auch schon ein Höhepunkt für sich. Uppsala ist einfach schön. Ich bin super dankbar, dass ich es kennenlernen durfte. 

Viele neue Erfahrungen kommen mit nach Deutschland

Besuch von Mitpraktikantinnen (v.l. Ich, Maria, Lucia, Amalia)
Besuch von Mitpraktikantinnen (v.l. Ich, Maria, Lucia, Amalia)

Auch mich selber habe ich noch einmal besser kennenlernen können. Alleine in einem neuen Land wird man einfach mit ganz anderen Sachen konfrontiert als sonst. Das Zusammenleben in einer WG ist ganz anders als zu Hause, Arbeit ist anders als Schule und auch die Leute sind alle neu und sprechen auch noch eine andere Sprache.

 

In diesem Sinne hat der Freiwilligendienst mir sehr geholfen. Ich habe meine sozialen Kompetenzen verbessert, eine neue Sprache erlernt und gelernt, mein Leben selbst zu organisieren und einzuteilen. Ich habe jede Menge neue Leute kennengelernt. Mit manchen war es am Anfang vielleicht etwas schwierig, mit anderen habe ich mich sofort verstanden. Aber alle Begegnungen waren auf ihre Art wertvoll und gerade die Gemeinschaft in der WG war einfach super. Außerdem habe ich nebenbei diverse andere Skills gelernt: Stricken, Kochen, Backen und alles Mögliche andere.

An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an das Bonifatiuswerk und das Team vom PiN, die mir das alles hier ermöglicht haben. 


Ich kann es nur weiterempfehlen. Vor allem an alle, die sich selber und ein neues Land kennenlernen wollen. Es ist eine tolle Zeit und man kann einfach sehr viel mit nach Hause nehmen. Nur ein bisschen kälteresistent sollte man vielleicht sein. 

Frederik

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