Vadstena - Abschlussbericht von Anna Lütz

Mit dem Abi in der Tasche ging es im Mai für mich los: „ein Sommer in Schweden“ , das war immer mein Traum und dieses Jahr dufte er in Erfüllung gehen. Vadstena durfte ich ein halbes Jahr mein zuhause nennen und, ja, es wurde wirklich sowas wie ein zweites Zuhause.

 

In Vadstena betreiben die Birgitta Schwestern ein Gästehaus mit 22 Zimmern. So ein Gästehaus bringt ganz schön viel Arbeit mit sich und somit waren wir Praktikantinnen auch immer gut beschäftigt. Zimmer machen, Kochen, Frühstück vorbereiten, Staubsaugen (donnerstags auch die Kirche), Kuchen backen…also so ziemlich alles was an Hausarbeit anfällt. Klingt jetzt für den ein oder anderen nicht soo spannend aber es war einfach etwas ganz besonderes … in den Monaten habe ich mit so vielen verschiedenen Menschen aus so vielen verschieden Ländern zusammen gearbeitet und kennen gelernt wie noch nie zuvor. Jeder war irgendwie anders, jeder hatte seine Geschichte und seinen Blick auf die Dinge und das war unwahrscheinlich wertvoll. Es gab so viele schöne Momente, wie z.B. die gemeinsamen Kaffee -Pausen jeden morgen um Punkt 10! Im Allgemeinen empfand ich die Atmosphäre als immer sehr gut, selbst wenn es stressig wurde fiel nie ein schlechtes Wort und selbst wenn mal etwas nicht so geklappt hatte „na dann wars halt einfach so“, Gelassenheit die ich von meinem deutschen Alltag her nicht kannte aber so angenehm ist.

 

 

Zwei Tage die Woche hatten wir immer frei, da das Gästehaus direkt am See gelegen ist waren wir sehr oft draußen: Schwimmen, Spazieren, Picknicken, Lesen, Schwedisch lernen, auf der Wiese liegen nix tun und dabei braun werden… all die schönen Dinge die Abiturienten während der Prüfungszeit nicht tun können oder zumindest sollen. Abends oder wenn das Wetter nicht so besonders gut war (ja auch an einem so schönen Ort ist es ab und zu grau und verregnet…) hatten wir oft Filme zusammen geschaut z.B. Bullerbü und die ganzen Lindgren Klassiker auf schwedisch natürlich ; ). Meine Mitpraktikantin Melanie und ich hatten auch oft abends im Keller an der Nähmaschine gesessen, auch das war neu für mich und so unglaublich lehrreich. Nähen war immer eine Sache die ich ganz alleine gemacht hatte richtig gelernt hatte ich es aber nie, Melanie hat mir soo viel beigebracht und es war so schön zusammen und doch jeder für sich etwas zu erarbeiten.

 

 

Gemeinsam oder gemeinschaftlich lief sowie so ziemlich alles, obwohl zu viert oder fünft Kochen meistens ehr in unkontrolliertes Chaos ausgeartet ist, war es immer wieder schön zu sehen wie gut alles klappt wenn man zusammen arbeitet, sich hilft und helfen lässt. Jeder hat nach bestem Wissen und Gewissen für die Gemeinschaft gearbeitet und mitgeholfen und hat sich mit dem eingebracht mit dem was er konnte. Seien es die Männer gewesen die kleine und große Reparaturen gemacht haben oder die vielen Frauen und Mädchen die z.B das Haus sauber gehalten haben. In die „Gästehausgemeinschaft“ wurde jeder gerne aufgenommen, jeder bekam Wertschätzung für das was er beigetragen hat und konnte spüren wie dankbar man für seine Hilfe ist. Man muss ganz einfach sagen, dass alle Schwestern und Mitarbeiter wirklich sehr herzlich sind.

 

Gemeinschaft konnte man aber auch im Gemeindeleben spüren:

In der Region, aus der ich komme, ist es eher die Ausnahme katholisch zu sein. Die allermeisten sind evangelisch oder eben gar nicht getauft. Bis zur nächsten Kirche muss man in die nächste kleine Stadt fahren, die Gottesdienste sind noch nicht mal an Weihnachten gut besucht.

 

In Schweden sind die Fahrtwege noch viel weiter und die Anzahl an Katholiken viel geringer.

Schon bei meiner Ankunft hatte ich mich über die große Kirche gewundert. Aber die Sonntagsmesse wird gut angenommen auch viele Familien mit Kindern sind anwesend und die Kinder werden auch mit in den Gottesdienst eingebunden und müssen nicht wie bei uns brav in der Bank sitzen bleiben. Nach der Kirche findet noch ein Kirchenkaffee im Salon des Gästehauses statt. Die ganze Gemeinde hat dabei die Chance sich bei Kaffe und Kuchen noch etwas nett zu unterhalten und sich auszutauschen. Auch dieses Angebot wird gut angenommen. Regelmäßig finden auch ökumenische Veranstaltungen statt bei denen die katholische Gemeinde mitwirkt.

 

Gerne denke ich an die wundervolle Zeit und die Menschen in Vadstena zurück und habe unendliches Fernweh. Vielen vielen Dank für alles!

 

- Anna Lütz

 

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