Fröken Raffa´s Zwischenbericht aus Uppsala*

Öregrund, eine der wunderschönen, für Schweden so typischen kleinen Ortschaften an der Ostsee
Öregrund, eine der wunderschönen, für Schweden so typischen kleinen Ortschaften an der Ostsee

Schon als ich am 12. August 2016 im Landeanflug auf Stockholm war, durfte ich die Natur und die wunderschönen Holzhäuser Schwedens von oben betrachten und ich freute mich auf eine erlebnisreiche Zeit im Norden.

 

Das Ankommen in Uppsala fühlte sich sofort sehr vertraut und richtig an. Wenn ich daran zurückdenke, ist es verrückt, wie viele Menschen aus den verschiedensten Ländern der Welt, wie zum Beispiel aus den USA, der Ukraine, Finnland, Chile, Peru, aber natürlich auch aus Schweden ich in so kurzer Zeit kennenlernen durfte. Viele wurden zu guten Bekannten, einige zu echten Freunden.

Schon bald begannen meine ersten Arbeitstage im Erikshjälpen Second-Hand Shop in Uppsala  und in der katholischen Schule St. Erik in Stockholm. An beiden Arbeitsstellen ist die Internationalität kaum zu übertreffen. Besonders meine Kollegen aus der Schule kommen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt, wie Ungarn, Thailand, Chile, Sri Lanka und Polen. Im Laufe der Zeit durfte ich erfahren, dass besonders die polnisch-schwedischen Christen ein wichtiger, fester und großer Bestandteil der katholischen Kirche in Schweden sind.

 

Zwei Tage in der Woche fahre ich nach Stockholm und bin dort in der Vorschule tätig. Zu meinen Aufgaben zählt die Freizeitgestaltung der Kinder zu organisieren, ihnen zu helfen die Buchstaben und Ziffern zu erlernen und auch in der Programmgestaltung für den Lucia-Tag durfte ich viel mitwirken. War die Verständigung anfangs eher schwierig, kann ich inzwischen sagen, dass sich meine Schwedisch Kenntnisse durch die Arbeit mit den Kindern sehr verbessern konnte. Wenn gar nichts mehr ging, konnten einige Kinder sogar Englisch sprechen, was mir die Kommunikation etwas erleichtert hat.

 

Schnell habe ich gemerkt, dass nicht nur in der Vorschule, sondern auch im Supermarkt oder im Second-Hand Shop gutes bis sehr gutes Englisch gesprochen wird. Das erstaunt mich jedes Mal aufs Neue. Dennoch wird jetzt überwiegend schwedisch mit mir geredet, was dazu führt, dass ich gefühlt jeden Tag ein neues Wort lerne und die Gespräche mit den Kunden an der Kasse oder im Cafe des Erikshjälpen länger werden.

 

 

Dunkler Winter, aber nicht zu kalt

 

Länger werden auch wieder die Tage hier in Uppsala. Der Winter war zwar nicht so kalt und hart wie von Erfahrungsberichten der Menschen angekündigt, aber dennoch typisch dunkel; typisch schwedisch eben... Als der erste große Wintereinbruch Anfang November kam, dachten alle, es wird wieder ein ähnlich harter und langer Winter wie im letzten Jahr; allerdings kamen dann nur noch ein paar wenige Schneetage dazu.

 

Doch ich denke, gemeinsam mit meinen Mitpraktikanten haben wir gegen die dunkle Zeit mit gemütlichen Filmabenden, Ausflügen, Organisation von größeren Veranstaltungen etc. gut angekämpft ;-) Nachdem uns Ricarda schon Anfang Oktober verlassen hat, waren Marcel und ich nur noch zu zweit hier in Uppsala. Doch es sollte nicht langweilig werden… Schon am 30. Oktober folgte unser Einsatz als Helfer beim Papstbesuch in Malmö.

 

Raphaelas Geburtstag in Schweden
Raphaelas Geburtstag in Schweden

Nach dem Wintereinbruch Anfang November und den Aufenthalten in Marieudd , unserem Gästehaus, folgte Ende November mein Geburtstag, den ich gemeinsam mit meinen Mitpraktikanten und Freunden hier in Uppsala feiern durfte. Die Adventszeit war von der Anzahl der Wochen sehr lang, dennoch ging sie durch die Organisation der verschiedenen Feste, wie der Hl. Nikolaus und der Hl. Lucia rasend schnell vorbei.

Kurzurlaub in Deutschland

 

Mehr als vier Monate waren vorüber und so flog ich für einen Kurzurlaub über Weihnachten zurück nach Deutschland, um dann über Riga (zum Taizetreffen vom 27.12.2016 bis 1.01.2017) am 3. Januar 2017 wieder in die geliebte zweite Heimat zurückzukehren. Die schwedische Sprache wurde schnell wieder ein fester Bestandteil des Alltags, die Arbeit wurde aufgenommen und nun heißt es die verbleibende Zeit gemeinsam mit meinen Mitpraktikanten und Freunden hier in Schweden zu genießen.

 

Ich freue mich auf die kommenden vier Monate und hoffe, weiterhin so wertvolle Erfahrungen und ereignisreiche Erlebnisse sammeln zu können! J

 

- Raphaela Polk

 

*Fröken bedeutet übersetzt „Fräulein“; es ist die Anrede der weiblichen Erzieher/Lehrer in der Schule. Danach wird meist noch der Vorname genannt. Im Erikshjälpen werde ich Raffa genannt, daher ergibt sich dieser leicht verrückte und äußerst schwedisch klingende Name ;-)

 

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