Neun Monate in Akureyri

Wale bei Husavik
Wale bei Husavik

Gut sechs Wochen ist es nun her, dass ich mich mitten in der Nacht von Reykjavik auf den Weg zum Flughafen gemacht habe. Alles, was sich so über neun Monate angesammelt hat in meinem Koffer verstaut. Das ein oder andere, was letztes Jahr von Deutschland aus die lange Reise mit mir angetreten hat, in Akureyri geblieben.

Auf Wiedersehen, Island!

Vorerst das letzte Mal in Keflavik am Flughafen mit Ziel Deutschland. Natürlich werde ich wiederkommen, trotzdem ist es ein komisches Gefühl. Den Ablauf kenne ich doch mittlerweile nur zu gut… Das gefühlt ewig lange warten am Check-in Schalter. Stress gibt es ja bei den Isländern nicht. Weiter durch die Sicherheitskontrolle, ab zum Gate, schnell noch einen Kaffee auf dem Weg. Die dicke Winterjacke überm Arm, um Platz im Koffer zu sparen. Und irgendwann sitze auch ich mit all meinem Hab und Gut sicher verstaut auf meinem Sitz und stöbere schonmal die neuen Blockbuster des Videoangebotes der Fluglinie.

Ein letzter Blick aus dem kleinen Flugzeugfenster

Schließlich ein letzter Blick aus dem kleinen Fenster meines Sitznachberns. Es ist leicht bewölkt, die letzten Tage waren verregnet und windig und auch Heute will sich mein so liebgewonnenes Island noch nicht so ganz von seiner Sonnenseite zeigen, aber man kennt es ja nun mal nicht anders. Schließlich kann auch ich keine mehr der mir vertrauten Landschaften, Straßen und Häuser Islands ausmachen und alles verschwindet unter einer dicken Schicht aufgebauschter Wolken.

Also konzentriere ich mich wieder auf den Bildschirm vor mir. Der kurze Werbefilm der Fluglinie, den ich bald auswendig zu kennen scheine. Die Sicherheitsanweisungen im Videoformat, zwischen Islands Wasserfällen, Gletschern und Vulkanen aufgenommen…

 

Alles so vertraut und bekannt. Ich habe immer noch nicht realisiert, dass es jetzt endgültig wieder zurück in meine Heimat geht. Zu meiner Familie und meinen Freunden. Dorthin zurück wo ich aufgewachsen bin.

 

Was in den letzten neun Monaten doch alles passiert ist, wie viel ich doch erlebt habe. Ob ich mich wohl verändert habe? Haben mich diese letzten Monate stark geprägt? Wie viel Island nehme ich wohl mit zurück nach Deutschland? Wie wird es wohl werden, nun wieder zurück zu kommen, so viele Leute nach so langer Zeit wieder zu sehen? Hat sich viel verändert zu Hause? Und was wird wohl als nächstes kommen? Wird alles so werden, wie ich es mir im Moment vorstelle?

Den Kopf frei kriegen, neue Sachen erleben

Eine super Aussicht auf den Fjord wärend man im heißen Hotpot sitzt
Eine super Aussicht auf den Fjord wärend man im heißen Hotpot sitzt

Als ich mich im September letzten Jahres auf den Weg nach Island machte, wusste ich selber nicht so recht was für Erwartungen ich an das Land, meine Arbeit vor Ort aber auch an mich selber habe. Ich war gerade fertig mit der Schule und wollte den Kopf frei kriegen, neue Sachen erleben, bevor es dann mit Studium/Ausbildung weiter gehen sollte. Den Kopf frei bekommen und neue Sachen erlebt habe ich nun wohl mehr als genug!

Von Island nach Panama City

Während meiner Zeit in Island habe ich unglaublich viele interessante Menschen kennengelernt. Durch mein Leben bei den Karmel-Schwestern habe ich einen sehr umfangreichen Einblick in die katholische Kirche Islands erhalten und am Ende bin ich sogar in Panama gelandet… In den neun Monaten meines Praktikums habe ich aber auch gelernt, mich selbstständig in einem fremden Land und einer anderen Kultur zurecht zu finden.

Neben meiner Arbeit mit den Kindern und im Haushalt der Schwestern habe ich meine Freizeit meist mit Sport bzw. Schwimmen verbracht. Ich habe gelernt zu stricken, sodass ich nun zwei schicke Islandpullover in meinem Schrank liegen habe.

Café, Schnee und Polarlichter

Alle zwei Wochen bin ich Abends mit einigen anderen Deutschen in einem netten Café zusammengekommen und habe es immer wieder genossen ein paar Stunden deutsch reden zu können. Auch abendliche Spaziergänge durch den Schnee mit den Polarlichtern am Himmel dürfen wohl bei dieser Aufzählung nicht fehlen. Die vielen Veranstaltungen unser kleinen Gemeinde in Akureyri; Ob Basteln mit den Kindern zu Weihnachten, oder einen Ausflug mit den Firmlingen im Frühling baten ebenfalls immer eine gelungene Abwechslung und brachten einen mit vielen Leuten ins Gespräch.

Auch, wenn Island doch ganz anders ist als Deutschland und es mit Sicherheit den einen oder anderen Moment gab, wo man dann doch seine trubelige Heimat und die vielen Menschen um einen herum vermisst hat, bin ich doch sehr dankbar um meine Zeit in Akureyri bei den Karmelitinnen und unseren Kleinen und die vielen Erfahrungen die ich sammeln durfte!

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