Weihnachtsstimmung seit Oktober

 

Alle sagen, dass Stockholm im Winter und Stockholm im Sommer zwei unterschiedliche Welten sind und dass der Winter erst ab Dezember richtig auszuhalten ist.

 

Nun, auf Stockholm im Sommer warte ich noch ein paar Monate, doch auch schon der Unterschied zwischen Herbst und Winter ist selbst mir nicht entgangen. 

Konnte man bei den Bildern in meinem letzten Blogpost vom November noch Blätter an den Bäumen oder zumindest als Laub auf dem Boden erkennen, ist mittlerweile alles kahl und es ist nicht zu vermuten, dass jemals grün in diese Stadt zurück-kehrt. 

Wobei – genügend Wasser hatte es. Der gesamte November und wenn wir ehrlich sind auch der Großteil vom bisherigen Dezember waren dominiert von permanentem Regen. Täglich. Nicht selten von morgens bis abends. Circa zwei Sonnenstunden gab es in Stockholm im ganzen November – das gepaart mit den immer kürzeren Tagen, bescherte den kurzzeitigen Verlust jeden Zeitgefühls (Was, erst 14 Uhr? Ich dachte es wäre mindestens 17 Uhr und ich könnte bald ins Bett!) und Sehnsucht nach weihnachtlichen Lichtern.

 

Winterweihnachtswunderland

Sprach ich im November schon von Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt, hat sich Stockholm mittlerweile in eine Art lebendiges Winterweihnachtswunderland verwandelt mit von Lichterkettenbeleuchtung strotzenden durch die Stadt ziehenden Rentier- und Elchherden wo man auch langgeht, einer geschätzten Dichte von 30 Weihnachtsbäumen pro Quadratmeter (okay, ich übertreibe, aber nur leicht!) und Lichterketten wohin man schaut.

 

An die Dunkelheit habe ich mich mittlerweile wunderbar gewöhnt, an den Regen noch nicht, aber der wechselt sich wenigstens mittlerweile ab und zu mit Schnee ab… Die Weihnachtsstimmung, die durch die Dunkelheit, all die Lichter und allen startenden Vorbereitungen sicher seit Oktober in mir schlummert, ist zum Zerplatzen bereit.

 

Julbord des Bistums Stockholm

Neben den klima- und lichttechnischen Ereignissen der letzten Wochen ist aber auch von drei Events der Vorweihnachtszeit besonders zu berichten:

Einmal das Julbord (Weihnachtsfeier) des Bistums Stockholm, zu dem Pauline und ich als tatkräftige Teile vom Mötesplats eingeladen waren. Nachdem wir dank Marie, die uns panisch davon abhielt, uns zuerst vom warmen Buffetteil anstatt vom Fischbuffetteil zu bedienen, einer kulturellen Katastrophe entgangen sind, kamen wir in den Genuss eines richtig echten traditionellen schwedischen Julbords. Traditionell laden schwedische Unternehmen, Firmen oder eben das Bistum ihre Mitarbeiter*innen einmal im Jahr in der Weihnachtszeit zu einem ausladenden Essen mit schwedischem Weihnachtsbuffet ein. Dazu gehörten in unserem Fall sicher 15 Sorten Sill (schwedischer eingelegter Hering), Weihnachtschinken, Lachs in unterschiedlichsten Ausführungen, Köttbullar, Wachteln, Rosenkohl, Kartoffeln und sicher 30 weitere Buffetbestandteile (Knäckebrot braucht an dieser Stelle selbstredend nicht noch extra aufgelistet zu werden), durch die man sich genüsslich in bestimmter Reihenfolge durchprobieren musste. Das anschließende Dessert- und Käsebuffet war besonders für unsere süße Pauline ein Höhepunkt, war es doch gut vergleichbar mit einem Süßigkeitenladen, der zur freien Bedienung geöffnet hat.

Paulines und mein persönliches Highlight war das Gespräch mit Bischof Anders, in dem wir selbst- und sprachsicher auf seine Frage nach unseren Schwedischkenntnissen auf Schwedisch antworten konnten und berichten konnten, was wir Weihnachten vorhaben. Dass er danach einigen seiner Mitarbeiter*innen erzählte, wie gut die deutschen Praktikantinnen doch schon Schwedisch gelernt hätten, erfüllte uns selbstredend mit besonderem Stolz.

Musik überall und immer

Das zweite besondere Event war für mich das Luciakonzert am 13. Dezember mit dem Ungdomskör (Jugendchor) in St. Eugenia. Auch wenn das Singen der schwedischen Weihnachtslieder ohne Noten mich vor leichte Herausforderungen stellte, war es für mich etwas ganz Besonderes, damit Teil dieser schwedischen Adventstradition zu sein, die viele Schwed*innen jedes Jahr aufs Neue emotional sehr nahe geht. So gab es danach viele liebe Rückmeldungen aus der Gemeinde und ich kann nun stolz sagen, dass ich mein erstes Luciakonzert gut gemeistert habe. Aber in diesem Chor, konnte das auch nur Spaß machen!

 

Aller guten Dinge sind 3

Das dritte für mich besondere Event war das Konzert mit dem Weihnachts-projektchor der Universitätskyrkan (Universitätskirche) in Uppsala am Montag nach dem dritten Advent (ja, ich singe in dieser Adventszeit besonders viel zu meiner großen Freude).

 

Neben dem Fakt, dass das Singen der schwedischen Weihnachtsklassiker immer wieder einfach schön ist, fand das Konzert mit dem Chor aus circa 100 jungen Leuten der unterschiedlichen Universitäten und Hochschulen in Uppsala in der Domkirche, dem höchsten Kirchengebäude Skandinaviens, statt, das locker in Imposanz und Eleganz mit dem Kölner Dom mithalten kann. Außerdem stellte sich dieses alljährliche Konzert der Studierendengemeinde in Uppsala als eine Tradition der besonderen Art heraus, bei dem alle Studentnationer (auf Deutsch würde man von Studierendenverbindungen sprechen) mit ihren Fahnen und Uniformen einlaufen. Was aus mancher Perspektive veraltet und vielleicht etwas lächerlich wirkt, ist in Uppsala – der schwedischen Hauptstadt für studentische Verbindungen – schlichtweg normal. Und wie erfrischend die Besetzung an den Fahnen gemischt männlich und weiblich wahrzunehmen – in klassischen deutschen Studentenverbindungen unglücklicherweise undenkbar.

 

So ist vor allem mit diesen drei musikalisch geprägten Ereignissen meine Weihnachtsstimmung in bester Laune und freut sich auf die Ankunft meiner Familie am 19. Dezember, die mit mir gemeinsam Weihnachten hier in Schweden in S:ta Eugenia feiern wird. Die Daumen für ein bisschen Schnee zu Weihnachten sind fest gedrückt!

Catalina

 

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