Sechs Lappen in Lappland – Rentiere, Eis und Nordlicht

Vor den verschneiten Hügeln Lapplands (v.l.: Etienne, Hannah, Clarita, Sonja, Verena, Max, Konrad)
Vor den verschneiten Hügeln Lapplands (v.l.: Etienne, Hannah, Clarita, Sonja, Verena, Max, Konrad)

Unser dritter Tag begann sehr früh: Am Montag wollten wir Kiruna einmal verlassen und einen Ausflug nach Abisko machen, noch etwa eine Stunde weiter nördlich. Und so standen Konrad, Max und ich um kurz nach sieben bei der Autovermietung und versuchten, ein Auto auszuleihen. Nach längeren Diskussionen und diversen Sprinteinlagen zwischen Hostel und Autovermietung funktionierte das dann auch.

Roadtrip nach Abisko

Zum Glück gibt es in einer Gruppe von sechs Personen genug Kreditkarten, die man ausprobieren kann, wenn die Hälfte davon von der Vermietung nicht angenommen wird. Aber wir haben es geschafft! Und so konnten wir uns kurze Zeit später auf den Weg machen. Diesmal war noch Etienne mit dabei, ein Freund von Max, den wir zufällig im Hostel getroffen hatten. Die Fahrt führte uns über eine sehr leere Straße weiter Richtung Norden, vorbei an verschneiten Hügeln, gefrorenen Seen und einem toten Rentier. Unterwegs hielten wir immer wieder an, um die grandiose Natur zu bestaunen. In Abisko angekommen, starteten wir unsere Wanderung auf einem gefrorenen Fluss, was vor allem für Konrad ein wenig gefährlich war, da das Profil seiner Schuhe nicht mehr vorhanden war, aber diesem Problem konnte mit einem Stock Abhilfe geleistet werden.

Ein See voller Eisblumen

Noch nie zuvor habe ich eine so faszinierende Natur gesehen! Die Sonne, die den ganzen Tag nur knapp über dem Horizont stand, brachte die umliegenden Hügel zum Glühen und den Schnee zum Glitzern. Aber das Faszinierendste von allem war das Eis. Eis in allen Formen und sogar in unterschiedlichen Farben. Mehr als einmal lag ich auf dem Bauch halb in einem Eisloch, um die bizarren Strukturen und Muster zu fotografieren, die Wasser und Kälte geformt hatten. Ein ganz besonderes Highlight war aber auch ein gefrorener Wasserfall. Kleiner, aber nicht weniger spannend waren auch die Eisblumen, die auf dem Fluss regelrecht gewachsen waren. Dementsprechend langsam wanderten wir, denn es gab viel zu viel zu bestaunen, um wirklich schnell zu laufen.

Auf Nordlicht-Jagd

Als es am frühen Nachmittag langsam dunkel wurde, machten wir uns auf den Weg zurück nach Kiruna, um uns nochmal zu stärken und aufzuwärmen, bevor wir in unser Abendprogramm starteten. Denn wie die beiden Abende zuvor, begaben wir uns wieder auf Nordlicht-Jagd. Hier war das Auto von großem Vorteil, denn so konnten wir von den hellen Lichtern der Stadt wegfahren, in die richtige Dunkelheit. Und bei ca. -20°C, unter sternenklarem Himmel, auf einem gefrorenen See war es dann endlich soweit: Wir konnten die Nordlichter sehen. Es war ein magischer Moment, als der Himmel langsam immer grüner wurde, die Sterne funkelten und das Eis unter unseren Füßen knackte.

Die sich bewegenden Lichter und die funkelnden Sterne lassen sich kaum beschreiben, es war ein überwältigendes Naturschauspiel, an dem wir uns gar nicht satt sehen konnten. Als ich mich auf das Eis legte, das immer wieder atmete und knackte, und ich die Sterne und das Polarlicht beobachtete, war ich in einer anderen Welt angekommen. Dass an diesem Abend auch immer wieder Sternschnuppen fielen, war viel zu schön, um wahr zu sein! Nach einiger Zeit bekamen wir bei unseren Beobachtungen dann auch noch Besuch von einem Fuchs, der immer wieder an uns vorbei lief. Zwischendurch mussten wir uns allerdings mal aufwärmen, mit Tee, Schokolade und den obligatorischen (Blut-)Mandarinen. Dabei war es mit uns vier Mädels auf der Rückbank des Autos ganz schön eng und kuschelig.

Eine Portion Glück und schon ist alles perfekt!

Irgendwann wurden dann jedoch auch die schönsten Polarlichter leider schwächer und wir beschlossen, langsam den Rückweg nach Kiruna anzutreten. Unterwegs begegnete uns noch eine Herde Rentiere, die gemütlich an und auf der Straße standen und nur wenig beeindruckt davon waren, dass ein Auto an ihnen erst vorbei und dann wieder zurückfuhr. Müde, aber völlig aufgekratzt kamen wir mitten in der Nacht wieder in Kiruna an, wo wir unseren langen Tag, dann noch in der Küche ausklingen ließen. Dieser Tag war einfach unfassbar schön und ich kann bis jetzt noch nicht wirklich glauben, dass wir so viel Glück hatten! Glück mit dem Wetter, den Rentieren, den Nordlichtern, dem Eis, den Sternschnuppen. Besonders glücklich hat mich aber gemacht, das alles zusammen mit wunderbaren Menschen erleben zu können.

Sonja

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