
Der Dezember begann ruhig, und der erste Schnee kam auch. Inzwischen ist Tartu schon so lange weiß, dass wir kaum noch wissen, wie die Stadt grün oder grau eigentlich aussieht. Mitte Dezember ging es für Jule Marie und mich nach Riga. Unsere Mitpraktikantin Ines hatte Geburtstag, und wir haben sie mit einem Überraschungsbesuch überrascht. Es war ein richtig schönes Wochenende, und es war echt toll, Marika und Ines wiederzusehen.
Von "Hans Hase" bis zum Eisbaden in Vadstena

Auch im Kindergarten wurde es weihnachtlich. Die Deutsch-AG hat eine Weihnachtsfeier organisiert – mit dem Ehrengast Hans Hase, den ich spielen durfte. Es ist wirklich sehr schön mitzubekommen, wie die Kinder immer mehr verstehen, auch wenn die Fortschritte im Kindergarten kleiner sind als bei den Fünftklässlern. Kurz vor den Ferien waren wir noch auf dem Weihnachtsmarkt in Tallinn und das erste Mal Schlittschuhlaufen auf dem Rathausplatz in Tartu. Weihnachten und Silvester haben wir gemeinsam mit den anderen Praktikant:innen in Vadstena gefeiert. Wir haben gekocht, gespielt, viel geredet – und waren tatsächlich sogar Eisbaden. Silvester haben wir dann in Uppsala verbracht und hatten eine unvergessliche Zeit.
Zwischen -25 Grad und gefrorenen Wimpern

Im Januar wurde es dann richtig kalt, teilweise bis -25 Grad. Bei so einer Kälte frieren sogar die Wimpern und Haare ein. Gleichzeitig ist alles wunderschön weiß und hell. Ich habe mir auch Schlittschuhe gekauft und war sogar auf eingefrorenen Seen und Flüssen Schlittschuhlaufen. Im Januar hatte ich außerdem meinen 20. Geburtstag. Marika und Ines sind extra nach Tartu gekommen, und ich hatte wirklich einen der schönsten Geburtstage überhaupt – fern von zu Hause, aber trotzdem umgeben von Menschen, die mir sehr wichtig geworden sind.
Mehr Verantwortung und neue Routinen

Im Februar musste ich öfter komplett eigenständig den Unterricht übernehmen. Anfangs hat es mich schon ein bisschen Überwindung gekostet, alleine vor einer Klasse zu stehen, aber mittlerweile macht es mir richtig viel Spaß. Im Kindergarten wird unsere Hilfe mittlerweile nicht mehr benötigt, und wir begleiten nur noch die Deutsch-AG einmal in der Woche.
Der Februar war weiterhin sehr kalt. Ich hatte außerdem Besuch von meiner Cousine und meiner Tante aus Deutschland und konnte ein Stück meines estnischen Alltags zeigen. Gerade sind die Praktikant:innen aus Bergen und Marika aus Riga bei uns zu Besuch und wir haben hier eine richtig gute Zeit zusammen. Die zweite Hälfte meines Praktikums hat gerade erst begonnen und ich bin gespannt, was sie noch für mich bereithält.



