» Nach meinem Bachelor-Studium der Angewandten Theologie bin ich bereit für neue Abenteuer. Ich denke ein Ortswechsel kann meine Persönlichkeitsentwicklung fordern und mir helfen, im Glauben und im Leben zu wachsen. Ich bin in einem Diaspora-Gebiet im Bistum Fulda groß geworden und freue mich, meine Erfahrungen in der Diaspora-Kirche in Lettland einbringen zu können. «
Studentin
Von September 2025 bis Juni 2026 in der Kerzenwerkstatt in Riga, Lettland

Ich war von September 2025 bis Mai 2026 in Riga in der Kerzenwerkstatt tätig. Außerdem habe ich im Autismus-Zentrum und in der Suppenküche meinen Freiwilligendienst absolviert. In der Kerzenwerkstatt habe ich all die handwerklichen Tätigkeiten übernommen, die die Klienten nicht leisten konnten, dabei konnte ich meine Motorik und meine handwerklichen Kenntnisse erweitern.

Der Winter war in Riga einfach magisch. Die ganze Stadt war seit dem Nationalfeiertag hell erleuchtet, jeder Baum und jeder Park waren sowohl in der Innenstadt als auch im nahegelegenen Park unseres Wohnviertels mit Lichterketten geschmückt – was uns den tristen Winter ein wenig erhellte.
Wir haben uns den Winter durch einen Besuch bei einem Candlelight-Konzert und in der Oper aber auch selbst ein wenig erhellt und mit Leben gefüllt.
Die -20 Grad, die uns lange Zeit begleitet haben, mussten wir irgendwie nutzen: wir sind Schlitten gefahren, Schlittschuh gelaufen und ich habe meine ersten Versuche beim Langlaufen gewagt - und so wurde die kalte Jahreszeit zu einem richtig schönen Bilderbuch Winter.

Runā lēni ist Lettisch und heißt "sprich langsam"! Dieser Satz klebt im Autismus-Zentrum an einem Tisch, an dem "Uno" gespielt wird, als Erinnerung für die Klienten, und irgendwie beschreibt er recht gut meinen Start in Riga in den vergangenen drei Monaten. "Sprich langsam, Ines" - hat auch meine Mentorin am Anfang oft gesagt, wenn ich mal wieder viel zu schnell irgendwas mitteilen wollte, wir aber durch unterschiedliche Muttersprachen nicht so schnell kommunizieren können.