
Der Praktikumsstandort in Riga befindet sich bei den Dominikanerinnen, einer kleinen Ordensgemeinschaft, die zu den Dominikanerinnen von Bethanien gehören. Als Praktikant wohnst du im Gästehaus gegenüber des Klosters und nimmst am täglichen Leben der Schwestern teil.
Welche Aufgaben du in Riga übernimmst, kann ganz flexibel gestaltet werden, deine Talente, Wünsche und Motivationen entscheiden über die konkreten Einsatzfelder. Daher können im Rahmen des Praktikums auch sehr gut Studienprojekte durchgeführt werden.
Kloster der Dominikanerinnen von Bethanien, Riga
Deutscher Kindergarten/deutsche Schule, Riga
Familienhaus "Svētā ģimenes māja", Riga
Familienzentrum des Roten Kreuzes, Riga
Katholisches Gymnasium, Riga
Katholische Kirchengemeinde, Sigulda
"Missionspunkt" Sv. Jāzepa, Livberze
Suppenküche der Missionarinnen der Nächstenliebe, Riga
Einzelne und temporäre Projekte:
Die Begleitung während des Praktikums geschieht durch regelmäßige Reflexionsgespräche.

Der Winter war in Riga einfach magisch. Die ganze Stadt war seit dem Nationalfeiertag hell erleuchtet, jeder Baum und jeder Park waren sowohl in der Innenstadt als auch im nahegelegenen Park unseres Wohnviertels mit Lichterketten geschmückt – was uns den tristen Winter ein wenig erhellte.
Wir haben uns den Winter durch einen Besuch bei einem Candlelight-Konzert und in der Oper aber auch selbst ein wenig erhellt und mit Leben gefüllt.
Die -20 Grad, die uns lange Zeit begleitet haben, mussten wir irgendwie nutzen: wir sind Schlitten gefahren, Schlittschuh gelaufen und ich habe meine ersten Versuche beim Langlaufen gewagt - und so wurde die kalte Jahreszeit zu einem richtig schönen Bilderbuch Winter.

Runā lēni ist Lettisch und heißt "sprich langsam"! Dieser Satz klebt im Autismus-Zentrum an einem Tisch, an dem "Uno" gespielt wird, als Erinnerung für die Klienten, und irgendwie beschreibt er recht gut meinen Start in Riga in den vergangenen drei Monaten. "Sprich langsam, Ines" - hat auch meine Mentorin am Anfang oft gesagt, wenn ich mal wieder viel zu schnell irgendwas mitteilen wollte, wir aber durch unterschiedliche Muttersprachen nicht so schnell kommunizieren können.

"Das Leben ist schön!" Schon zu Beginn meines Auslandsaufenthaltes hier in Lettland wurde mir dieser Satz beigebracht und seitdem verknüpfe ich ihn mit all den tollen Erfahrungen, die ich hier in Riga sammeln darf. Und davon gibt es wirklich viele… Nach den kalten und dunklen Monaten im Norden, freue ich mich über jeden sonnigen Tag hier. Der Frühling war allerdings sehr wechselhaft. So war von leichtem Schneefall, über sintflutartigen Regen bis zu 28 Grad und Sonnenschein alles dabei. Aber trotz der unzuverlässigen Wetterverhältnisse haben wir den Frühling in Lettland sehr genossen.

Wer in kürzester Zeit sowohl das Meer genießen, als auch eine 800 Jahre alte Hansestadt mit bewegter Geschichte besuchen möchte, der ist in Rīga goldrichtig. Sowohl wegen ihrer historischer Altstadt,
als auch ihres einzigartigen Jugendstilviertels hat sie den Titel des UNESCO
Weltkulturerbes mehr als verdient. Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, wie vielfältig diese Stadt ist, aber inzwischen ist sie mir richtig ans Herz gewachsen.

Für mich ist diese Frage bereits ein wichtiger Bestandteil meines begrenzten Lettischwortschatzes geworden. Sie bedeutet übersetzt so viel wie "Sollen wir noch einmal spielen?" und findet im Tageszentrum für Menschen mit Autismus täglich Anwendung. Aber nicht nur diesen Satz habe ich beim UNO-Spielen gelernt, sondern auch die Farben und Zahlen wurden mir anhand des Kartenspiels auf Lettisch beigebracht.

Schon als kleines Kind habe ich davon geträumt, nach dem Abitur ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen und die Welt aus anderen Augen kennenzulernen. Demnach habe ich mich bei verschiedenen Einrichtungen beworben und mich für das "Praktikum im Norden" entschieden.
Und dann ging es für mich und Nele am 31. August 2023 voller Aufregung los in ein neues Abenteuer.

In den ersten Wochen lernten Annika und ich Riga ein bisschen kennen. Doch nicht
nur von der schönen Altstadt und dem Meer sind wir angetan, sondern auch von unserem zukünftigen Alltag. Denn die verschiedenen Einsatzstellen gefallen uns sehr
und bieten uns viel Abwechslung und verschiedene Eindrücke
unter der Woche.

Vom kleinem Dorf im Süddeutschland hin zur lettischen Hauptstadt: Seit über einem Monat lebe ich jetzt schon mit Nele in Riga und ich kann sagen, ich fühle mich sehr wohl.
Unter der Woche arbeiten wir an den unterschiedlichsten Einsatzstellen.
Unabhängig davon, ob wir in die Kerzenwerkstatt oder zu einer der anderen Einsatzstellen gekommen sind, wir wurden immer herzlich und mit ganz viel Schokolade
empfangen.
Man merkt, dass die Menschen dankbar für jede Unterstützung sind. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass ich anderen mit meiner Arbeit helfen kann.

Seit einer Weile bin ich wieder zurück in Deutschland und langsam ist es an der Zeit mein Praktikum in Riga abschließend in Worte zu fassen. Zumindest es zu versuchen.
Meine Arbeit war sehr abwechslungsreich im Verlauf des "PiNs". Ich habe vier Monate im Hort des katholischen Gymnasiums in Riga geholfen, war nochmal so lange in der Bibliothek des Theologischen Instituts tätig und habe bei den Mutter-Teresa-Schwestern gearbeitet.

Mit einem großen und schnellen Umbruch ist der Frühling bei uns angekommen. Mit im Schlepptau die Sonne, die kaum mehr aufhört zu scheinen, und die frische Belebtheit unserer schönen baltischen Stadt. Die Menschen trauen sich bei den angenehmen Temperaturen wieder öfter auf die Straßen, tummeln sich in den Parks Rigas oder fahren gleich an den Strand sowie in das waldige, manchmal leicht hügelige, Umland, um das Leben, nach dem langen Winter, wieder auskostend inhalieren zu können.