Newman-Institut in Uppsala, Schweden

"Die Praktikanten am Newmaninstitut spielen eine wichtige Rolle in der täglichen Arbeit am Institut. Dadurch dass sie an der einzigen katholischen Hochschule Skandinaviens und in der Gemeinde St. Lars arbeiten, haben sie die Möglichkeit die kleine katholische Welt in Schweden zu entdecken. Und die Erfahrungen, die die Praktikanten hier machen, werden sie für ihr gesamtes Leben bereichern.

 

Durch ihre Arbeit in Kooperation mit dem Erikshjälpen-Second-Hand-Shop sind die Praktikanten eine grosse Unterstüzung für Menschen in schlechten Lebensbedingungen. Sie sind eine grossartige Hilfe und werden hoffentlich immer wieder erfahren können, was die christliche Nächstenliebe wirklich bedeutet."

- Anna Nick -

Praktikumskoordinatorin für Skandinavien

 

Das Newman-Institut - die einzige katholische Hochschule Skandinaviens.
Das Newman-Institut - die einzige katholische Hochschule Skandinaviens.

Das Newman-Institut in Uppsala ist die einzige katholische Hochschule in Skandinavien. Als Praktikant könnt ihr in einem Zimmer auf dem Studentenkorridor zusammen mit weiteren Praktikanten und internationalen Studenten wohnen.

 

Am Newman-Institut übernehmt ihr unterschiedliche Aufgaben, die je nach Interesse und Bedarf gestaltet werden. Neben unterschiedlichen praktischen und administrativen Tätigkeiten im Arbeitsalltag des Newman-Institutes kannst du in verschiedenen weiteren Einrichtungen eingesetzt werden.

 

Das Newman-Institut ist Kooperationspartner des Erikshjälpen-Second-Hand-Ladens in Uppsala. Hier kannst du zahlreiche deiner Fähigkeiten einsetzen oder neue Talente an dir entdecken. Ob als Verkäufer, Café-Bedienung, Möbelpacker, Dekorateur oder Modekenner – jeder Kopf und jede Hand wird benötigt.

 

Je nach Interesse und persönlicher Voraussetzung können zudem Einsätze in verschiedenen anderen Einrichtungen in Uppsala und Stockholm kombiniert und organisiert werden.

 

 

Praktikumsmöglichkeiten gibt es hier:

 

 

Katholische Gemeinde St. Lars, Uppsala:

 

St. Lars ist die einzige katholische Gemeinde in Uppsala und besteht aus etwa 3.000 Mitgliedern. Das Gemeindeleben ist international und lebendig. Die Kirche mit Gemeindehaus und dem angrenzenden Kloster der Mariaschwestern liegt zentral in Uppsala, gegenüber dem Newman-Institut.

Katholische Gemeinde St Lars mit Schloss im Hintergrund
Katholische Gemeinde St Lars mit Schloss im Hintergrund

 

Das Praktikum in St.Lars bietet einen guten Einblick in das Gemeindeleben und es wird Eigeninitiative durch den Praktikanten erwartet. Neben der Hilfe beim Katechetenunterricht und verschiedenen praktischen Tätigkeiten, sind die Praktikanten vor allem eine große Hilfe in der offenen Vorschule, die einmal wöchentlich stattfindet.
Weitere Informationen zu St. Lars gibt es hier: http://stlars.org

 

 

Katarinaschule, Uppsala:


Du bist bereits LehramtsstudentIn und möchtest einen Einblick in das schwedische Schulsystem erlangen?


Als LehramtsstudentIn hast du die Möglichkeit in der Katarinaschule zu hospitieren. Die Katarinaschule ist eine humanistische-christliche Schule für die Klassen 6 – 9 und ist teilweise im Gebäude des Newman-Institutes beherbergt. Du darfst in Unterrichtsstunden hospitieren und vielleicht auch die eine oder andere eigene Aufgabe übernehmen und dabei Vergleiche zwischen dem schwedischen und deutschen Schulsystem ziehen.


Weitere Informationen zur Katarinaschule gibt es hier: http://www.katarinaskolan.se

 

 

Pastoralcentrum Johannes Paulus II, Stockholm mit Katolska Pedagogiska Nämnden und Caritas:


Das Pastoralcentrum ist eine Einrichtung des Bistums Stockholm und man könnte es als das „kreative Zentrum“ des Bistums bezeichnen. Hier arbeiten verschiedene Institutionen des Bistums unter einem Dach, mitten im historischen Stadtteil Gamla Stan. Darunter der Jugendverband ‚Sveriges Unga Katoliker’, Missio, ‚Katolsk Magasin’, Caritas und die pädagogische Abteilung KPN (Katolska Pedagogiska Nämnden).

 

KPN entwirft Lehrmaterialien für den Katechetenunterricht und bietet Schulungen für Katecheten an. Hier werden mit viel Liebe und Kreativität Materialien entwickelt, die Gläubigen ihren Glauben noch näher bringen sollen. Dabei wird immer wieder die Hilfe durch einen Praktikanten/eine Praktikantin gebraucht.

 

Weitere Infos: http://www.kpn.se


Die Caritas in Stockholm betreibt den sogenannten „Mötesplats“. Hier finden Flüchtlinge, Migranten und  Asylsuchende Unterstützung und Hilfe bei alltäglichen Fragen, aber auch bei Behördengängen. Zudem haben sie die Möglichkeit, an einem Schwedisch-Sprachkurs teilzunehmen. Die Caritas sucht dringend Hilfe für den „Mötesplats“ und bietet dir als PraktikantIn neben der Hilfe auch die Teilnahme am Schwedisch-Kurs an.


Weitere Infos: http://www.caritas.se/sa-arbetar-vi/migrations-och-flyktingarbetet/motesplats-caritas-i-stockholm


Weitere Informationen zum Pastoralcentrum gibt es hier: http://www.katolskakyrkan.se/kontakt/johannes-paulus-ii-s-pastoralcentrum

 

 

St. Erik-Schule, Stockholm:


Die St. Erik-Schule ist eine der wenigen katholischen Schulen in Schweden. Ab dem Vorschulalter bis zum Ende der Grundschule können Kinder hier in Stockholm eine katholische Schule besuchen. Die Schule spiegelt auch das Bild der katholischen Kirche Schwedens wider: bunt und lebendig.


Du kannst als PraktikantIn die Schule im Alltag unterstützen, wenn du gerne mit Kindern zusammenarbeitest. Zum einen ist die Betreuung der Vorschulkinder eine Aufgabe und zum anderen hilfst du in der Nachmittagsbetreuung der älteren Schüler mit.


Weitere Informationen zur St. Erik-Schule gibt es unter: http://www.sterikskatolskaskola.se

 

 

Katholisches Altenheim Josephinahemmet, Stockholm:


Das Josephinahemmet wurde bereits 1873 von der schwedischen (und katholischen) Königin Josephina gegründet und liegt heute am Stadtrand von Stockholm.
Wenn du Interesse an der Altenpflege hast und du die praktische Arbeit mit älteren Menschen kennenlernen und daraus etwas lernen möchtest, kannst du als PraktikantIn die tägliche Arbeit im Josephinahemmet im Schichtdienst unterstützen. Eine verantwortungsvolle und schöne Aufgabe!


Weitere Informationen zum Josephinahemmet gibt es hier: http://josephinahemmet.se


ANLÄND! - Pias erste Tage in Schweden

Nun ist es soweit, ich bin in Schweden angekommen. Am Freitag wurde ich von Anna und Marius am Flughafen abgeholt und wir fuhren gemeinsam im Sonnenuntergang ins schöne Uppsala.

Nachdem wir am Wochenende eine kleine Sightseeing-Tour durch Uppsala machten, werde ich diese Woche in meine Aufgaben und Arbeiten am Newman Institut,

bei der Caritas und im Erikshjälpen Second Hand Shop eingeführt und habe dadurch

schon viele neue Leute kennengelernt und neue Erfahrungen machen dürfen.

Wie zum Beispiel am Dienstag bei der Dankesmesse des neuen Kardinals Andere Arborelius in Stockholm. Ein spannender Tag!

 

- Pia Wittek

Eine zweite Heimat gefunden: Abschlussbericht von Raphaela Polk

Schweden ist für Raphaela Polk zu einer zweiten Heimat geworden
Schweden ist für Raphaela Polk zu einer zweiten Heimat geworden

“You will never be completely at home again, because part of your heart always will be elsewhere. That is the price you pay for the richness of loving and knowing people in more than one place.” 

Dieses Zitat von Miriam Adeney spiegelt die Gedanken und Gefühle an dem Tag meiner Abreise, am Dienstag den 30. Mai und die Zeit danach in Deutschland wieder. Schweden ist für mich in den letzten 10 Monaten zu meiner zweiten Heimat geworden. Ich habe viele liebenswürdige und freundliche Menschen kennen gelernt, die immer ein Teil meines Lebens sein werden.

Kinderlächeln am Morgen - meine Arbeit in der Vorschule

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10 Monate Schweden: ein Rückblick von Anne Hemken

Anne Hemken im Café von Erikshjälpen in Uppsala
Anne Hemken im Café von Erikshjälpen in Uppsala

Nach meinem Abitur hatte ich schon immer den Wunsch für ein Jahr ins Ausland zu gehen, am liebsten in den hohen Norden, da mich dieser schon immer sehr interessiert hat. Durch Zufall stieß ich schließlich auf das Bonifatiuswerk, welches mir ein zehnmonatiges „Praktikum im Norden“ in zwei Einrichtungen in Schweden ermöglicht hat.

Im September 2016 startete ich dann auch direkt in Vadstena, einem kleinen Ort in Schweden, der am Vätternsee liegt. 

Die  beliebte "Toilettenrunde"

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Ein facettenreiches Jahr: Abschlussbericht von Maris Lohmöller

Matea Renic, Maris Lohmöller, Raphaela Polk und Anne Hemken vorm Dom in Uppsala
Matea Renic, Maris Lohmöller, Raphaela Polk und Anne Hemken vorm Dom in Uppsala

Neue Erfahrungen sammeln, etwas Neues von der Welt sehen, neue Leute kennenlernen, eine neue Sprache lernen, Kirche einmal anders erleben – all das hatte mich motiviert, im August letzten Jahres nach meinem Abitur für 10 Monate nach Schweden zu gehen.

Vadstena: ein besonderer Ort

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Ein Jahr in Schweden: Marcel Fischer erzählt

Marcel Fischer mit Maris Lohmöller auf den Åland-Inseln
Marcel Fischer mit Maris Lohmöller auf den Åland-Inseln

Es gibt Menschen und Menschen. Es gibt Menschen, die für Spontanität geboren worden sind und es gibt Menschen, die alles planen müssen. Ich persönlich halte es da mit Kohelet, der sagt:“Ein jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“ (Koh 3,1)

 

Ich bin zwar auch eher der Planende, bin aber auch ein relativ spontaner Mensch. Auch dieses Mal war ich vorbereitet, wollte es nicht einfach auf mich zu kommen lassen. Ich spreche von dem Ende meines Jahres hier in Uppsala. Ende…etwas, dass mich traurig und glücklich zugleich macht.

Wie gesagt, stehe ich nun am Ende einer wundervollen Reise, die mich quer durch Schweden, in die Pfalz bis nach Riga gebracht hat. Doch was sind schon Orte, Monumente, Denkmäler und Paläste, ohne die Menschen, die sie bewohnen und ohne die Menschen mit denen man diese Monumente der Geschichte besucht?

So will ich hier in meinem allerletzten Bericht über Schweden nicht zu sehr über die Orte sprechen, sondern eher über die Menschen, die ich dort traf, denn sie machen dieses Land erst unvergesslich. Was sind Erinnerungen wert, wenn niemand da ist, der sie mit mir erinnert?

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Endlich ist auch der Frühling am Newmaninstitut angekommen

Blumenkübel auf dem Innenhof - frisch eingepflanzt und gegossen
Blumenkübel auf dem Innenhof - frisch eingepflanzt und gegossen

 

Nachdem pünktlich mit dem ersten Mai hier in Uppsala der Frühling begrüßt wurde und das schöne Wetter kam, haben wir nun auch den Innenhof des Newman-Institutes fit für den Sommer gemacht. An einem sonnigen Tag fuhr ich zusammen mit Anna Nick zum Blumencenter, um Blumen für den Innenhof zu kaufen. Nachdem wir sie am Nachmittag eingepflanzt hatten sah der Innenhof endlich wieder frisch und sommerlich aus, was die Vorfreude auf die kommenden hoffentlich warmen Wochen und Grillfeste steigen lässt.

 

- Anne Hemken

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”Ist mir egal” trifft Katholiken?

Marcel Fischer, unser Praktikant in Uppsala, hat in den vergangenen Monaten unsere moderne und in Schweden sehr ausgeprägte Gesellschaft beobachten können und auch die Schattenseiten der Säkularisierung kennengelernt. Marcel reflektiert über die Stimmung, die er in Schweden erlebt und welche Rolle er sich von der Kirche wünschen würde:

 

Vor ein paar Monaten starb der (unter Jugendlichen) weit bekannte Musiker Kazim Akboga, dessen größter Hit den Titel ”Ist mir egal” trägt. In diesem Lied macht der Musiker Werbung für einen Lebensstil der „Toleranz“. Darunter versteht er einen Lebensstil,  der alles erträgt und duldet, solange man nur den Anderen ebenfalls duldet. Das Ganze nennt sich heute „offene Kultur“ und hat zum Stil eine freie und ungezwungene Gesellschaft aufzubauen, in der jeder so sein kann, wie er es möchte. Was für ein Traum… keine Diskriminierung, keine Feindschaft, kein Hass - das Einzige, was bleibt, ist Toleranz und Freiheit. Dies ist das Mantra, auf dem auch die schwedische Kultur aufbaut: Toleranz für Alles und Jeden!

 

Doch ist es wirklich so? Schaut man richtig hin, ist es keine Toleranz, sondern kalte, ignorante Gleichgültigkeit gegenüber Allem und Jedem, der nicht Ich ist. Solange man mich in Frieden lässt, interessiert es mich nicht. Egal, wie man aussieht, sich kleidet, denkt oder fühlt. Doch dabei gehen nicht nur die Mitmenschen unter, sondern auch Mitgefühl und Barmherzigkeit. Denn auch der Bettler am Straßenrand und die  Verzweifelten um uns herum verschwinden. Sie interessieren den Menschen nicht mehr. Denn Er ist nicht Ich. Es gibt keine Identität mehr, außer dem ich. Nichts, was die Menschen vereint, ja, es wird sogar verneint, dass es nötig wäre, sich zusammenzuschließen. So wird die Sozialität des Menschen radikal mit Individualismus bekämpft. Am Ende bleibt nichts als Einsamkeit und Verschlossenheit.

 

 

„Diktatur des Relativismus“

 

Doch bleibt doch die Freiheit, oder nicht? Ist es denn Freiheit? Was ist mit denen, die sich diesem seelisch tötenden Individualismus entgegensetzen? Die Reaktion, falls diese den überhaupt kommt, wird gnadenlos ignoriert oder bekämpft. Denn sie ist nicht tolerant genug. Diese Haltung der totalitären Toleranz nannte Benedikt XVI „die Diktatur des Relativismus“. Alles wird geduldet, solange nur alle mitmachen in den „Trott der absoluten Gleichgültigkeit“. Denen, die die Gefahren dieser Haltung sehen, wird jede Toleranz verwehrt und sie werden totalitär ausgegrenzt. Wie so oft, existiert auch hier keine Gnade.

 

Ein weiterer Faktor, der im Laufe der Zeit  verloren gegangen ist in dieser „Inkarnation der Modernität“, ist die Wahrheit. Wahrheit, das vielleicht meistgehasste Wort unserer Zeit. Natürlich wird es von der Wissenschaft maßlos überhöht und vom Rest ignoriert. Aber ist es nicht so, dass alles, was an Wert verlieren soll, nur überhöht werden muss. Denn, wenn man in Höhen nicht steigen kann, um das Ziel zu erreichen, ignoriert man das Ziel und sucht sich ein anderes. So passiert es auch mit der Wahrheit heutzutage. Sie gilt als unerreichbar und wird abserviert. Jeder, der sie sucht, wird ausgegrenzt. Denn Wahrheit zwingt zu etwas, dass einem relativistischen Kollektiv tief ins Mark schneidet: Entscheidung. Sich für eine Seite zu entscheiden und bei dieser Entscheidung zu bleiben, ist im Relativismus (oder soll ich lieber Opportunismus sagen?) nicht nötig. Man kann beliebig die Seiten wechseln, weil ja sowieso alles richtig ist. Und wenn alles richtig ist, ist alles nichtig. Aber das bleibt unbedacht oder ignoriert.

 

Jede Form von Wahr oder Falsch wird bekämpft und aussortiert. So wird kurzfristig Frieden geschaffen. Aber langzeitig ist dieser Frieden eine Farce, die gravierende moralische Folgen haben wird. Denn, wenn es kein Wahr und Falsch mehr gibt, ist pragmatisch rationalistische Ethik alles, was bleibt. Was ein Horror, wenn plötzlich die Masse (und deren Schwankungen) entscheidet, was gut oder falsch ist. Plötzlich öffnen sich gravierende Folgen, bei denen alles legitimiert werden kann. Da ist Abtreibung nur der erste Albtraum, der langsam wirklich wird. Der letzte Maßstab, der bleibt, ist der persönliche Vorteil und der Egoismus: damit man selbst nicht bestohlen wird, stiehlt man lieber auch nicht. Doch denkt man weiter, entsteht ein Albtraum, der von den Konventionen gebannt oder entfesselt wird (Stichwort „Würde des Menschen“ oder „Humanität“).

 

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Ostern und das Ende der Zeit

Marcel Fischer holt Gäste am Flughafen ab
Marcel Fischer holt Gäste am Flughafen ab

Immer mehr realisiere ich die Tatsache, dass sich mein Praktikum hier in Schweden dem Ende neigt. Ende...aber es hat doch gerade erst begonnen, oder nicht?

 

 

Ich weiß noch, als wäre es gestern gewesen, da ich hier am örtlichen Bahnhof ankam und es direkt anfing zu regnen. Gott sei es gedankt bin ich nicht abergläubisch, sonst hätte man es fast schon als Omen deuten können.

 

Die Erinnerung an die Tatsache, dass es enden wird und es nicht von Dauer sein wird, führt dazu, dass ich beginne meine Zeit bewusster zu reflektieren. Was habe ich gelernt, mitgenommen oder abgelegt in Schweden? Wo bin ich gewachsen, wo muss ich noch weiterhin an mir arbeiten?

 

 

Es kommen mehr und mehr Erinnerungen hoch, die anfangs noch sehr verschwommen waren, als wäre es Jahrzehnte her. Doch nun scheint es mir, diese „Flashbacks“ werden immer klarer und klarer und rufen mir all die kleinen großartigen Momente wieder in die Erinnerung, die ich erlebt habe.

 

Exerzitien vor Ostern

 

Diese Erinnerung des Endes habe ich auch in die Exerzitien (eine Art zeitlich begrenzter Rückzug in die Stille, um seine Beziehung zu Gott und zu sich selbst zu reflektieren und zu vertiefen) mitgenommen, die ich in der Woche vor Ostern in Stockholm absolvieren durfte.

Christus war tot. Er war gestorben für uns. Es endete scheinbar. Doch Gottes Verheißungen sind größer, ja großartiger als all unsere Ängste, Erwartungen und Befürchtungen. Es war Gottes Verheißung, die Ihn dazu brachte seinen geliebten Sohn vom Tode zu erwecken und die Macht des Todes für immer zu brechen.

 

Also steht am Ende nicht wirklich das Ende und die Angst. Am Ende siegt das Vertrauen und die Treue. Die Treue, dass Gottes Handeln in dieser Welt alle Erwartungen sprengt, wenn wir ihm unsere Ketten hinhalten. Dabei kommt mir ein bekanntes Kirchenlied in den Sinn, dass auch hier in Schweden gesungen wird, in dem es heißt: Der Tod ist tot, das Leben lebt!

 

Aber was hat das alles bitte mit meinem Praktikum zu tun? Abgehen von der Tatsache, dass ich, dass wir hier als Christen im Norden leben und die Auferstehung der absolute Kern unserer Botschaft ist, ist es auch eine Botschaft der Hoffnung im Kleinen. Nicht nur Tod und Sünde sind vernichtet für alle Zeit. Nicht nur, dass die „Pforten des Himmels“ geöffnet wurden. Nein, die Auferstehung hat auch im Kleinen seine Bedeutung. Denn meine anfängliche Traurigkeit ist vergangen. Natürlich war ich traurig, dass ich diesen Ort wieder verlassen muss. Doch Ostern ruft in mir wieder wach, dass am Ende immer Hoffnung steht. Alles endet irgendwann in dieser Welt, ja wir leben eigentlich schon in der angebrochenen Ewigkeit, also im Ende. So auch mein Praktikum.

 

Trauer oder Freude?

 

Also habe ich jetzt die Wahl: traurig zu sein über das Vergehende oder sich zu freuen über das, was mir hier geschenkt wurde. Denn dieses „Gegebene“ werde ich mitnehmen auf meinem Weg zum Priesteramt. Denn am Ende ist das Sehnen meines Herzens Christus als Priester zu folgen, ihm zu dienen und sein Evangelium vor den Menschen zu bezeugen. Es ist nicht mein Ziel gewesen Schwede zu werden, so erstrebenswert das auch sein mag.

Und es hat mich viel gelehrt, hier gewesen zu sein. Ich habe viel gesehen und erlebt, und viele neue Menschen getroffen.  Ich habe sehr gute, aber auch weniger gute Erfahrungen gemacht. Doch ist das nicht das Leben? Ist es nicht naiv zu meinen, dass sich das Leben in ein Paradies verwandelt, nur weil man in einem anderen Land lebt? Ganz im Gegenteil. Die fremde Sprache, die fremde Kultur (sie ist weit fremder als es erst mal den Anschein hat!), ja die Ferne an sich, sind für jeden jungen Menschen große und wahrscheinlich neue Herausforderungen, die nicht immer im Applaus enden. Manchmal enden diese Herausforderungen auch im zu Boden fallen. Doch Christus lehrt uns, dass es nicht darauf ankommt, dass wir fallen, sondern vertrauend auf Gottes Führung und Erbarmen aufstehen und daraus lernen. In der biblischen Sprache nennt man das Umkehr. Umkehr zu Gott. Jetzt und Hier. Das Heute ist auch der Moment, in dem wir uns entscheiden wieder aufzustehen.

So wachse ich mit dem Leben hier, dass auch schwierig ist, wie es das Leben überall ist. Es gibt Hoch- und Tiefpunkte. Hat man diesen Fakt einfach mal akzeptiert, kann man, kann ich dieses Jahr in Frieden ausklingen lassen: freudig zurückblickend und voll Freude auf das Kommende.

 

 

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Stockholms neue Gesichter

Blumen vor Åhléns City
Blumen vor Åhléns City

Fünf Tage sind nun seit dem Terroranschlag in Stockholm vergangen. Als uns in Uppsala am Freitagnachmittag die Nachricht ereilte, waren wir natürlich alle geschockt und wir hatten ein ganz mulmiges Gefühl. Irgendwie hatten wir alle immer gedacht „So etwas passiert doch nicht in Schweden!“ und nun geschieht es nur 70 km von uns entfernt.

Mit viel Glück war niemand von uns oder unserer Bekannten zur Tatzeit in der Stockholmer Innenstadt und dafür sind wir mehr als dankbar!


Heute war ich zum ersten Mal nach dem Anschlag in Stockholm und war sehr gespannt, wie und ob sich die Stadt durch die Geschehnisse verändert hat. Man hat hier das Gefühl, dass die Schweden ziemlich gelassen damit umgehen und von Panik ist hier nichts zu spüren.

 

Vielleicht liegt das auch an den Polizisten, die nun überall zu sehen sind. Selbst in Uppsala wird man in der ganzen Stadt von freundlichen Polizisten gegrüßt und man hat das Gefühl in der ganzen Stadt gut bewacht zu sein. Ein ähnliches, aber noch viel stärkeres Bild zeigt sich in Stockholm. Kaum steigt man aus dem Zug aus trifft man auf den ersten Polizisten und gefühlt alle fünf Meter ist ein Polizist oder Sicherheitsmann stationiert. Sie wollen den Schweden ein Gefühl von Sicherheit geben und dafür wird ihnen von den Schweden sehr viel Dank entgegen gebracht. Ich konnte heute beobachten, wie Leute Blumen an Polizisten am Warenhaus Åhléns City überreichten oder auf den zahlreichen Polizeiautos ablegten. Das war sehr interessant zu sehen, denn das habe ich in Deutschland noch nie erlebt.

 

Auf meinem Weg nach S:ta Eugenia kam ich heute natürlich auch am Tatort, der Drottninggatan, Åhléns City und dem Sergels Torg vorbei. Das Blumenmeer dort überwältigte mich dort genauso, wie das veränderte Bild an diesen sonst so belebten Orten. Normalerweise blickt man auf der Shoppingstrasse Drottninggatan in viele fröhliche oder gestresste Gesichter und es ist immer trubelig. Nun ist dieser Ort wie ausgewechselt: die Leute hetzen nicht mehr die Straße entlang, sondern schlendern sie nachdenklich und traurig entlang und bleiben immer wieder stehen. An den Stellen, an denen die vier Opfer ums Leben gekommen sind, versammeln sich Grüppchen, die Blumen niederlegen und eine Weile in Stille der Opfer gedenken. Es ist ein seltsames Gefühl über die Drottninggatan zu laufen, aber gleichzeitig auch schön zu sehen, wie die sonst so geschäftige Hauptstadt still ist und wie die Menschen dort ein Gefühl von Gemeinschaft ausdrücken. Auf einer Holzwand, die nun das zerstörte Schaufenster des Åhléns ersetzt, haben viele Besucher Botschaften auf bunten Zetteln hinterlassen. Hier tauchen immer wieder zwei Begriffe auf „Kärlek“ (Liebe) und „Tillsammans“ (zusammen). Wie ich finde zwei Wörter, die das Gefühl in Stockholm nach dem Terroranschlag ziemlich gut ausdrücken.

 

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”Endlich hat der Priester sein Priestergewand bekommen!” - Priesterweihe in Uppsala

P. Philip Geister (rechts) gratuliert Anders Ekenberg (links)
P. Philip Geister (rechts) gratuliert Anders Ekenberg (links)

Eine Priesterweihe mitzuerleben ist immer ein besonderes Ereignis, und gerade in Schweden, wo durchschnittlich im Jahr zwei Männer zu Priestern in der katholischen Kirche geweiht werden.

 

Hier in Schweden werden katholische Priester gebraucht, sodass es im Bistum Stockholm mittlerweile gar nicht mehr so ungewöhnlich ist, dass auch verheiratete Männer mit Familie zu katholischen Priestern geweiht werden. Ein Phänomen, das für viele – auch unsere Praktikanten in Uppsala- zunächst ziemlich ungewöhnlich klang...

 

Doch für den neugeweihten Priester Anders Ekenberg war seine Weihe am vergangenen Samstag nicht seine erste Priesterweihe: bereits vor 47 Jahren wurde er zum Priester in der Schwedischen (protestantischen) Kirche geweiht. Nachdem Anders Ekenberg vor 30 Jahren mit seiner Familie konvertierte und der katholischen Kirche beigetreten war, wurde er Professor für Exegetik und war bis zu seinem Ruhestand im Dezember 2015 am Newman-Institut angestellt. Auch als Kirchenmusiker ist und war Anders Ekenberg im Einsatz und verfasste unter anderem mehrere Lieder für das Gesangbuch des Bistums Stockholm.

 

Anders Ekenberg bei seiner Ansprache in der Aula des Newman-Instituts
Anders Ekenberg bei seiner Ansprache in der Aula des Newman-Instituts
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Die Träger des Projekts                               Kontakt

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e.V. 

Kamp 22 | 33098 Paderborn

Tel.: 05251 29 96 - 0

Fax: 05251 29 96 - 88

E-Mail: info@bonifatiuswerk.de

Web: www.bonifatiuswerk.de

 

Weitere Infos zum Bonifatiuswerk

 

Anna Nick

Projektstelle des Bonifatiuswerkes am Newman-Institut 

Slottsgränd 6 | 75309 Uppsala 

Telefon: +46 76 421 36 31

E-Mail: anna.nick@newman.se

Web: www.newman.se

 

Weitere Infos zum Newman-Institut

 

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich gerne direkt an:

 

Julia Jesse

Referentin Missionarische und diakonische Pastoral
Tel.: 05251 29 96 - 50
E-Mail: julia.jesse@bonifatiuswerk.de